24.10.2014, Freitag
Heute wollen wir nicht weit fahren. Auf die Halbinsel
Akrotiri bei Chania. Bei Marathi soll an einer schönen Bucht ein guter Platz
sein. Wir finden eine fast kreisrunde Badebucht. Klasse Tipp.
Kaum sind wir angekommen fallen uns unsere Mitreisenden
Angelika und Bernd ein. Man könnte ja mal anrufen. Bernd sagt: Ich schreibe dir
gerade eine WhatsApp, wann wir uns denn treffen wollen. SMS mit Koordinaten an
Bernd und drei Stunden später, mit dem Ende des einstündigen heftigen Regens,
rollt ein Wohnmobil mit Mecklenburg-Strelitzer Kennzeichen neben uns ein.
Freude, viel erzählen von der letzten Woche, Bilder zeigen.
25.10.2014, Sonnabend
Mit den Wohnmobilen nach Chania zum Einkaufen. Parken ist
eine Katastrophe. Rauf auf einen Parkplatz, wenden auf engstem Raum, bloß weg
von hier mit unseren Kisten. Bernd fährt
rechts raus, wir fahren links raus. Einbahnstraße runter, rechts rum, es wird
eng, Markisen der Tavernen verengen oben die Straße. Kann man hier weiter,
Petra steigt aus. Du könntest hier durchkommen, rechts rum. Das nächste
Problem: die Kretaer stellen ihre Autos nach Gefühl und nicht nach unseren
Regeln ab. Es wird eng, Petra winkt mich durch, eine halbe Kneipe junger Männer
hilft dabei. Geschätzt 1 cm links und 1 cm rechts waren frei. Durch ist durch.
Ne, jetzt bloß raus aus diesem Chaos. Bernd ruft an, er hat´s besser getroffen
und auf seinem Weg einen Parkplatz, auch für uns, gefunden. Koordinaten per
SMS, eingeben ins Navi und dan hin. Denkste! Navidame Klara ist hier auf Kreta
nicht auf dem neuesten Stand. Sie will uns verkehrt herum durch Einbahnstraßen
führen. Das finden wir sehr mutig von ihr. Aber diesmal ohne uns! Wir fahren
durch tosenden Verkehr und finden einen ruhigen Parkplatz am Meer. Auf dem Weg
in die Altstsdt kommen wir am Wohnmobil von Angelika und Bernd vorbei. Auch
hier in Chania sind wir vom Leben in der Altstadt begeistert. Touristen, junge
Leute, Kneipen, gute Stimmung.
![]() |
| Chania |
![]() |
| Chania |
Zurück zu unserem Traumstrand vom Vortag.
26.10.2014, Sonntag
Der Tag beginnt mit Regen. Unser Stellplatz wird zu einem
breiten Bach. Bernd sammelt im Adamskostüm, es regnet ja, seine und unsere
wegschwimmenden Badeschuhe ein. Nach einer Stunde ist der Spuck vorbei.
In der benachbarten Bucht mit kleinem Hafen sehen wir uns
eine minoische Ausgrabung an. 100 m² sind eingezäunt, etwas in den Erdboden
Gemauertes aus gebrannten Ziegeln. Haben die Minoer Ziegel gebrannt? Aber, die
Bucht ist nett. Sandstrand und mehrere Tavernen mit den unvermeidlichen Sonnenliegen
und Sonnenschirmen.
Die Klöster der Akrotiri – Halbinsel warten heute auf
unseren Besuch.
Das Kloster Agia Triada besteht aus einer Kirche im Zentrum
und einem rundum verlaufenden Gebäude, wie eine Art Schutz für die Kirche in
der Mitte, mit allen für ein Kloster wichtigen Funktionen. Zimmer zum Wohnen
für die Mönche, Räume für Andachten, Küche, gemeinsamen Speisesaal und
Werkstätten. Die Fenster zeigen nach außen in die Landschaft, Arkadengänge im
Inneren schützen vor der sommerlichen Hitze, und dem winterlichen Regen. Das
Klosterinnere ist durch Anbauten stark gegliedert. Der begehbare Teil ist mit
Marmor ausgelegt. Bäume und Beete runden den harmonischen Eindruck ab.
Außerhalb des Klosters stehen Häuser für ??? Angestellte und Handwerker. Die Kirche
ist üppig mit Ikonen ausgestattet. Im Klostermuseum sind alte Schriften,
Ikonen, Schnitzereien ausgestellt. Alles ist sehr gepflegt, die Ostseite ist
gesperrt und wird, wie mir scheint, in kleinen Schritten saniert. Bei aller
berechtigten Kritik an „der Kirche“, das Bewahren von Wissen und Schriften sind
kulturelle Leistungen von unschätzbarem Wert, die wir aus tiefsten Herzen
anerkennen.
![]() |
| Agia Triada - Haupteingang |
![]() |
| Agia Triada Kirche |
![]() |
| Vor dem Altar |
![]() |
| Glockenturm über dem Eingang zum Kloster |
![]() |
| Kirchlein im Kloster |
![]() |
| Ikone im Kirchlein |
Weiter zum Kloster Gouverneto. Die Anfahrt gestaltet sich
schwierig, weil wir uns zuerst auf Navidame Klara verlassen. Sie kennt Wege,
die keine sind, will uns über Äcker führen, so dass wir beschließen per Gefühl zu fahren. Das klappt dann auch.
Auf einer engen, steilen, einspurigen Straße finden wir am Ende der Insel auf
einer kargen Hochebene das Mönchskloster aus dem frühen 16. Jahrhundert. Hier
ist Betrieb, Wanderer sind unterwegs, das Kloster ist allerdings bis 16.00 Uhr
geschlossen. Hunde sind auf dem gesamten Gebiet der Mönche verboten. Hundedame
Lola muss zurück in´s Möcklsche Wohnmobil. Was wir nicht wussten, von hier ab
kann man bis hinunter zum Meer wandern/steigen, auf diesem Wege kommt man an
einer Klosterruine und einem verlassenen Höhlenkirchlein vorbei. Ich steige
runter und bin beeindruckt, von der Landschaft, dem Weg nach unten, der Höhle
und der teilweise in den senkrecht abfallenden Fels hinein gehauenen
Klosterkirche. Das muss früher Abgeschiedenheit pur gewesen sein.
![]() |
| Kloster Gouvernato am Ende der Straße |
![]() |
| Höhle mit kleiner Kirche |
![]() |
| Verlassenes Höhlenkloster in der senkrecht abfallenden Felswand |
![]() |
| In der Klosterkirche |
Kurz vor Chania, noch auf der Akrotiri-Halbinsel finden wir
an einem kleinen Ortshafen unseren Nächtigungsplatz, ideal gelegen neben einem
Badestrand. Nach einem Plausch mit einer aus München heimgekehrten Kreterin,
die München nachtrauert, fängt es an zu regnen.
27.10.2014, Montag
Heute früh verzichten wir wegen des anhaltenden Regens auf
unser Bad im Meer. Schade.
Hier bei Maleme in der Bucht von Chania sind am 20. Mai 1941
deutsche Fallschirmspringer abgesprungen. Keiner von ihnen konnte das sie
empfangende Maschinengewehrfeuer überleben. Der Irrsinn des Krieges wird auf
dem Deutschen Soldatenfriedhof von Maleme so richtig deutlich. Vor, im und kurz nach dem ersten Weltkrieg
geboren, Hunger, Weltwirtschaftskrise als Kinder erlebt um dann, mit Mitte
zwanzig und jünger im MG-Feuer zu sterben. Mein Onkel Manfred war, wenn ich
mich recht erinnere, im Krieg auf Kreta stationiert. Sein Name steht nicht
hier, er ist zurückgekommen, Gott sei Dank. Nein, das kann nicht Gott sei Dank
heißen. So viele Kriege, so viel Ungerechtigkeit und so viele Tote im Namen des
einen Gottes, nee. Menschen sind es, die Kriege anfangen und damit Mensch glaubwürdiger
wird, nutzt Mensch den Wunsch von Menschen nach Glauben aus.
Im Eingangsbereich stehen die Worte Albert Schweizers: „Die
Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“
Mit Wut und Trauer verlassen wir diesen Soldatenfriedhof von
Maleme.
Weiter ins Kloster Gonia, 10 km von hier entfernt. Auch hier
die Kirche im Zentrum und wie ein
Schutzwall nach außen herum die Klosterräume der Mönche und Werkstätten.
Hier im Hafen von
Kastelli finden wir unseren Stellplatz für die kommende Nacht.






















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen