Samstag, 22. November 2014

15 - Abschluss mit der Südküste


 
16.11.2014, Sonntag

Gestern hatten wir uns in einer Taverne erkundigt, was es hier Interessantes gibt. Es gibt einen markierten Wanderweg in die Nachbarbucht zum Örtchen Maridaki.

Am Strand von Tsoutsouros

Tsoutsouros
Am westlichen Ortsende von Tsoutsouros beginnt der Wandersteig. Nach etwa 15 Minuten sehen wir zwei Seehunde unten an den Felsen durchs Wasser schwimmen und miteinander spielen.
Zwei Seehunde im Wasser
Phantastisch! Wir suchen auf dem Wasser nach weiteren Tieren, finden leider keine. Nach einer Stunde hoch- und runterwandern mit unglaublichen Ausblicken in die Tiefe kommen wir im Nachbarörtchen an. Fotos gibt es bis auf eines keine, da aus nicht nachvollziehbaren Gründen das High-End-Smartphone,  beim Versuch ein Video mit den Seehunden aufzunehmen, abstürzt. Nicht in die Tiefe, sondern im System.

 

17.11.2014, Montag

Nach drei Nächten in Tsoutsouros wird es Zeit weiter zu ziehen. An der Küstenstraße entlang: Berge, Einblicke in Buchten, Schluchten und Hochebenen, Serpentinen, bis auf über 600 m Höhe. Wir Flachlandtiroler nehmen diese Bilder in uns auf. Riesige Plastikgewächshauskomplexe stören zwar manchmal das Bild und zeigen uns, dass es hier nicht nur Natur gibt. Die Wachstumsbedingungen sind durch die Temperaturen ideal und nur vom Tourismus kann man hier nicht leben.

Tolle Bergwelt
In Sidonia finden wir am Strand neben Tamarisken einen Platz mit Dusche.  24°C, Sonnenschein, ruhiges Meer. Kein Touristenort, obwohl es einige Pensionen mit Appartements gibt. Hier wird das Auskommen zum größten Teil mit den Gewächshäusern verdient.

Felsenwelt bei Sidonia

Wir nennen es das U-Boot vor Sidonia

 

18.11.2014, Dienstag

Von Sidonia über Mirtos am Meer entlang nach Makri Gialos.

Mirtos, ein schöner Ort

Das gibt es in Makri Gialos
 

19.11.2014, Mittwoch

Mit Angelika und Bernd haben wir uns auf dem Campingplatz Koutsounari verabredet. Zwei Tage wollen wir hier bleiben, eventuell Wäsche waschen, natürlich baden und köstliches kretisches Olivenöl kaufen. Als wir ankommen ist alles offen und keiner da, der uns einweisen kann. Wir fahren nach vorn bis kurz vor den Strand stellen uns hin, quatschen stundenlang mit den schwäbischen Nachbarn und nach einer weiteren Stunde sind A&B auch da. Freude, nach über einer Woche Enthaltsamkeit von unseren mitreisenden Freunden.

Am Strand vor dem Campingplatz treffen wir die drei polnischen Wohnmobile aus Tsoutsouros wieder. Sie haben sich für die Kretareise übers Internet verabredet und sind seit langer Zeit gemeinsam unterwegs. Sehr nette Leute.


20.11.2014, Donnerstag

Mit den Rädern nach Ierapetra, zum Lidl, eine WIFI-Antenne kaufen, funktioniert wunderbar und erweitert die Reichweite von WIFI-Hotspots ungemein. Durch die Stadt und den Hafen. Das hier ist die südlichste Stadt Europas. Warm, südlich, lebenswert! Klasse.

Wir sind in der südlichsten Stadt Europas

Im Hafen von Ierapetra
Autofahrer: an einem Spar-Supermarkt beobachten wir das Wesen kretischer Autofahrer. Ein großer Nissan-Allrad startet von hinten rechts und fährt über den Parkplatz zur Ausfahrt, etwas später startet ein kleiner Suzuki-PKW von links.  Es kommt wie zu erwarten, als der Nissan vorbei ist, fährt die Susi ihm hinten rein. Blechschaden bei beiden. Beide steigen aus, es entspinnt sich ein Gespräch, etwas aggressiv, aber doch gar nicht so aggressiv wie vermutet. Es werden keine Versicherungsdaten ausgetauscht, beide gucken ein bisschen blöd in die Gegend und fahren dann auseinander. Schadensbegleichung auf „kretisch“. 

 

21.11.2014, Freitag

Baden, Wohnmobil säubern, alles für die bevorstehende Reise verstauen, Wasser auffüllen, bezahlen und Olivenöl kaufen: 3 € pro Liter und 1 € für die Metallbüchse. Aber versprochen, es schmeckt wirklich lecker, wir meinen, es ist das beste Olivenöl, was wir bisher hatten.

In den Norden in die Nähe von Zorbas Beach, hier übernachten wir.

Auf dem kurzen Weg an die Nordküste: Kloster zum heiligen Georg

Hier gibt es Butterbrot, für die die´s lesen können.
 

22.11.2014, Sonnabend

Morgen früh um acht wollen wir mit der Fähre nach Piräus.

Als wir am Terminal ankommen, erfahren wir, dass das was im Internet steht nicht stimmen muss. Es gibt in dieser Jahreszeit nur Nachtfähren. Die nächste geht um 21 Uhr heute Abend.

Die nehmen wir. Nach Iraklion zum Grünen Markt und in die Innenstadt zum Bummeln, einfach nur schön, südliches Flair.

Grüner Markt in Iraklion
Auf der Herfahrt hatten wir auf dem Deck übernachtet. Das wollen wir uns nicht nochmal antun. Wir lassen uns an Deck in unserem Wohnmobil einschließen und verbringen hier die Nacht. Das ist zwar verboten, aber um vieles bequemer als auf dem Fußboden oder in den Pullmannsesseln oben an Deck.

Unsere Fähre
Angelika und Bernd haben wegen des Familienhundes Lola eine Kabine genommen. Per SMS hat Bernd mir die Zugangsdaten zum WLAN-Netz der Fähre gefunkt, so dass ich nachher unseren Bericht veröffentlichen kann.

Eine Stunde sind wir jetzt auf See. Die Deckwache hat direkt hinter unserem Wohnmobil ihren Ruheplatz. Die Fähre schlingert etwas, Wellen schlagen gegen die Bordwand und verursachen Geräusche und wir können, wegen der Deckwache, nicht unseren herunter geladenen Film ansehen. Nachher sollte ich auch nicht so laut schnarchen. Obwohl, warum nicht.?!

 

Samstag, 15. November 2014

14 - noch eine Destille, 7km Schotterpiste, schöne Schlucht


 

10.11.2014, Montag

Von Matala zum Zorbas Beach

Matala, hier könnte man länger bleiben. Für morgen haben wir uns am Zorbas Beach in der Nähe von Iraklion verabredet. Am Dienstag gibt es eine organisierte Raki-Tour, zu einer Destille mit Verkostung und Grillen.

Nach der Besichtigung der römischen Grabstellen / Blumenkinderbehausungen fahren wir vom Süden bis hoch in den Norden der Insel, so ungefähr 70 Kilometer.
In dieser Wand haben in den 60er Jahren Hippies gehaust

Vom Römergrab zur Hippiebleibe, jetzt geschützt als Ausgrabungsstätte
 

 

11.11.2014, Dienstag

Rad fahren und Destillenbesuch

Die Ferienanlage „Zorbas Beach Island“ wird von Holländern betrieben. Nach der Saison, wahrscheinlich auch während der Saison, sind sie Anlaufpunkt für hier lebende Holländer, Österreicher, Belgier und Deutsche. Gemeinsame Ausflüge werden organisiert und wir sind gern gesehene Gäste. Wir stehen zusammen mit Angelika und Bernd und einem österreichischem Wohnmobil davor und können Einrichtungen der Anlage nutzen.

Am Vormittag nehmen wir die Räder raus und fahren immer schön an der Strandstraße entlang rund 10 km Richtung Osten. Einige wenige Gaststätten und Supermärkte haben auf, ansonsten ist hier jetzt „Tote Hose“. Die Hotels und Ferienhäuser sind leer und verschlossen. Zwischendurch künden Bauruinen von der Finanz- und Immobilienkrise. Jetzt am Ende der Saison wirken die Fassaden ungepflegt und farblich ausgelaugt.


Um 15 Uhr sind wir an der Anlage „Zorbas Beach Island“, also direkt an unserem Stellplatz, verabredet. Schon eine halbe Stunde vorher kommen hier lebende Holländer, Belgier und Deutsche und schwätzen miteinander. Großes und kleines Hallo, man freut sich. Mit den Autos geht es schätzungsweise 20km in die Berge. In einer Schnapsbrennerei wird alles besichtigt und frisch destillierter Raki verkostet. Es wird gegrillt und ein nettes Barbecue wird gefeiert.
Renate und Petra

Henry, der Belgier, Bernd, Angelika und vorn Harald
Es ist eine angenehm, lustige Feieratmosphäre. Wer war neben uns mit dabei: Eric und Nika, die Organisatoren und Besitzer der Ferienanlage, unsere Freunde und Mitreisende Angelika und Bernd, Renate und Harald, unsere Österreicher mit dem Riesenwohnmobil, die Angestellten Juri, ein Holländer, und Andreas, stammt aus Altenburg / Eisenhüttenstadt, ein seit über 40 Jahren hier lebender belgischer Architekt, King Henry und Queen Mary (Jean), Holländer, und weitere. Bei Dunkelheit zurück und in der Taverne der Anlage einen langen und lauten Absacker getrunken.

Beim Absacken
 

12.11.2014, Mittwoch

Leichter Kopfschmerz, im Ort wandern, langsames Nichtstun.

Am Abend trifft man sich in der Taverne zum ersten Dart-Abend der Saison. Wir sind eingeladen, kennen zwar die Regeln nicht, haben aber gut Spaß.  Es sind fast alle Gäste von gestern mit dabei. Hier fließt diesmal kein Alkohol. Eine nette Gemeinschaft der Neu-Kretaer.


 

13.11.2014, Donnerstag

Wir haben eine Entscheidung zu treffen: Am Sonnabend wird hier ein österreichischer Abend zelebriert. Renate besorgt und kocht für alle oben in der Küche. Die Kosten werden sich von allen Mitessern geteilt. Wird bestimmt gut. Trotzdem, uns fehlt noch ein Teil der Südküste. Spät und schweren Herzens brechen wir in Richtung Lendas auf. Schade, Renates selbsthergestellte Oliven und ihre Marmelade versprechen Genuss pur.

Unserer Navi-Dame Klara mache ich klar, dass wir nach Lendas wollen. Sie führt uns auf zuerst guten Straßen und da auch manchmal handgeschrieben Lendas auf Schildern stand, meinten wir, ihr vertrauen zu können. Auf die Küste treffen wir in Kali Limenes. Hier ist der Apostel Paulus bei seiner Reise nach Rom an Land gegangen. Hier an den Hängen und im Tal sind viele mit Plasteplanen bespannte Gewächshäuser. Klara zeigt uns an, dass es einen Weg am Hochufer entlang gibt. Nach einem Kilometer wird aus der Asphaltstraße eine Schotterpiste, die frisch geschoben ist. 7 km bis Lendas, 12 km bis zum per Koordinaten eingegebenen Ziel. Was tun? Hier fahren auch LKW zu den Gewächshäusern, ein Wegweiser zeigte auch Lendas  an, dann müssen wir doch wohl auch durchkommen. Es wird langsam dunkel, es geht steil bergauf, teilweise nur im ersten Gang zu fahren. Es geht auch steil bergab, wir haben Glück, dieser Weg ist tatsächlich frisch bis zum Schluss geschoben. Endlich: Asphalt! Wir sind in Lendas angekommen. Der Stellplatz ist noch drei bis vier Kilometer entfernt. Wieder Schotterpiste! Nicht mehr ganz so steil, Lichter in der Ferne, noch um einen Berg herum, nochmal und dann: eine Taverne. Hier müssen wir bleiben. Sehen kann man nichts. Aus der Gaststätte kommen Leute raus und einer davon spricht perfekt deutsch. Kein Problem hier zu stehen! Zu Orangensaft, Bier, Omelett, Souvlaki und einem netten Gespräch in die Gaststube. Der deutsch sprechende Papa war bis zu seinem Hauptschulabschluss mit seinen Eltern in Deutschland, Dortmund. Anschließend zurück nach Griechenland, keine Lehre, 25 Jahre als Maschinist im Steinbruch gearbeitet, seit 3 Jahren Arbeitslos. Die Situation auf Kreta ist nicht besonders gut, aber zurzeit geht es in kleinen Schritten aufwärts.

 

14.11.2014, Freitag

Nach dem Frühstück nehmen wir unsere Wanderstöcke und wollen nur bis zum Hafen und den Weg darüber hoch bis zum Bergkamm. Als wir dort ankommen sehen wir in ein Tal hinein, das nicht weit entfernt im Meer endet. Ein mit einem Geländer gesicherter Pfad führt hinunter. Also runter. Wunderbarer Canyon, wunderbare Bucht, wunderbare Wanderung!






Hier im Tal sollen in einer Höhle eine deutsche Künstlerin und ihr holländischer Mann leben. Wir haben sie nicht gesehen und vermuten, dass die Steingebilde von ihnen sind.


Oben werden wir von Ziegen empfangen.
Eigentlich wollten wir zwei hier Nächte bleiben, aber es hier „am A…. der Welt“ und es gibt auf Kreta noch einiges zu erkunden. Tsoutsouros war uns mehrfach empfohlen worden. Das liegt in einer der nächsten Schluchten.
Am Dorfstrand in Landas
Von Schotterpisten haben wir genug, deshalb über eine gut ausgebaute Straße zurück zur Nationalstraße 97 und dann die wiederum sehr gut ausgebaute Straße in die Schlucht von Tsoutsouros. Nach tollen Ausblicken empfängt uns am Ende ein netter Touristenort. Wir stellen uns zu drei polnischen Wohnmobilen an der Strandstraße. Mindestens einer von ihnen ist seit April auf der Insel und will im April 2015 zurück nach Hause in Hirschberg / Jelina Gora fahren.

 

 

15.11.2014, Sonnabend

Die Nacht war windig, der von den Bergen herabfallende Wind hat unser mobiles Heim gut durchgerüttelt. Gestern Abend und auch heute Morgen hat es immer mal wieder geschauert, so dass ich diesen Text vervollständigen konnte. Jetzt gegen Mittag bescheint uns bei 19°C die Sonne wieder.

Am Strand von Tsoutsouros
 

Mittwoch, 12. November 2014

13 - 9000 Jahre Geschichte in Festos und Flower-Power in Matala


 
4.11.2014, Dienstag

Am Vormittag durch das nette Chania bummeln.
In der Markthalle von Chania

Chania - eine Bastion der Stadtbefestigung

 
Zum Lidl und dann an den Strand von Marathi, hier standen wir schon vor knapp zwei Wochen und  fanden es für uns ideal.
Alle sieben Katzen kamen nacheinander an und mauzten um die Wette um Futter und Süßwasser.

 

5.11.2014, Mittwoch

Bis um 17 Uhr genießen wir den Strand von Marathi, gehen baden und  waschen Handtücher aus.
Die zwei Frauen vom letzten Mal sind wieder zum ausführlichen Bad da, mit dem Mann vom letzten Mal unterhalte ich mich auch diesmal wieder. Am Ende der Bucht fährt eine Fähre vorbei, etwas später schwimmt ein U-Boot in den in der nächsten Bucht liegenden Nato-Hafen ein und das Kriegsschiff ist ebenfalls wieder auf Erkundungsfahrt.
Auch die Flieger vom Militärflugplatz sind äußerst aktiv. Wir vermuten: auf Grund der russischen Aktivitäten herrscht auch hier erhöhte Gefechtsbereitschaft? 

Für den Abend haben wir uns per Telefon mit Angelika und Bernd in den Hafen von Sfakion verabredet.  Zwei Stunden brauchen wir für die 80 km in den Süden Kreta´s. Zum Schluss, es ist schon lange dunkel, nehmen wir noch ein wanderndes Pärchen die letzten Kilometer nach Sfakion mit. Wir wissen aus eigener Erfahrung warum. Sie freuen sich ganz doll.

Hafen von Sfakion
 6.11.2014, Donnerstag

Eigentlich wollten wir heute in die Imbros-Schlucht wandern gehen, verschieben diese Aktion aber auf morgen und gehen lieber an den Strand zum Baden.

7.11.2014, Freitag

Früh aufstehen und frühstücken, dann ab nach Komitades am unteren Ende der Imbros-Schlucht.
Start zur Wanderung in die Imbros-Schlucht
Petra hatte gestern und auch heute Schmerzen im Rippenbereich, unter der linken Brust. Na ja, wenn ich mit beiden Stöcken wandere, dann wird sich diese „Verspannung“ hoffentlich lösen, meint sie. Die „Verspannung“ löst sie nicht, im Gegenteil, es wird nicht besser, so dass wir zwei zurückgehen müssen. Einen Herzinfarkt können wir ausschließen. Eine Schmerztablette bewirkt das Wunder und es geht ihr besser, aber nicht ganz schmerzfrei.

Wir fahren weiter nach Frangokastello, finden eine schönen Strand und ansonsten gähnende Leere aus allen Häusern. Das gefällt uns nicht. Weiter nach Plakias, einem größeren Touristenort. Hier übernachten wir an der Strandpromenade.

Venizianisches Fort Fragokastello
 8.11.2014, Sonnabend

Mönchskloster Piso Preveli, Preveli Beach mit Palmenhain

Hier in Plakias ist ein langer und breiter Strand. Trotzdem baden ist heute nicht möglich. Die Wellen bauen sich hoch auf und im Wasser hören wir die „Rolling Stones“. Große Steine unter Wasser, die beim Zurückweichen des Wassers aufeinander schlagen und das Geräusch aufeinander rollender Steine verursachen. Hier hört es sich nach großen Steinen an.

19 km weiter zum Parkplatz am Preveli Beach.

Mehr als 150 Höhenmeter nach unten führt ein gut ausgebauter Wanderweg. Wanderstöcke raus und ab in die Tiefe. In der Saison erwartet hier unten am Strand eine kleine Taverne hungrige und durstige Gäste. Heute brennt ein stark rauchendes Feuer am Strand, das von zwei Männern mit Abgefallenen Ästen, Schilf, Blättern und sonstigem aufgeharkten Materialien genährt wird.

Ein mit Seilen gekennzeichneter Wanderweg führt in die Palmenschlucht hinein. Der Megalo Potamos, so heißt der Fluss, mündet hier ins Meer. Kurz vor dem Meer hat sich ein grünlicher langgezogener See gebildet. Hier fühlen wir uns wie am Nil, so wie wir es in Filmen gesehen haben.
Preveli Beach


Die unten breite Schlucht wird immer enger, große Felsbrocken liegen im Flussbett. Das wiederum erinnert uns an Canyons aus Karl-May-Büchern. Es fehlen nur noch die Indianer, Old Shatterhand  und böse Gauner. Diese ersetzen wir und andere Wanderfreudige. Ein Paradies unserer Kindheitsvorstellungen. Zurück zum Strand, das Panorama genießen und dann über 150 Höhenmeter hoch zum Parkplatz.


Das Mönchskloster Piso Preveli liegt vom Parkplatz etwa 2 km entfernt einsam über der Küste. Es ist in weiten Teilen sehr schön restauriert. Geldgeber für die Sanierung waren vor allem Spenden von australischen und neuseeländischen Soldaten, die hier 1941 bei den Mönchen Zuflucht vor den deutschen Besatzern fanden und von hier ausgeschifft wurden. Die deutsche Besatzung auf Kreta war grausam, Hinrichtungen, Massenerschießungen, ganze Dörfer wurden niedergebrannt. Ein ungutes Kapitel deutscher Geschichte.

In der Klosterkirche erleben wir zwei Mönche bei einem liturgischen Wechselgesang. Beeindruckend.


Auf dem Abhang, auf der Klosterweide, meinen wir die Tiere der Arche Noah zu sehen: ein Paar Hirsche, Lamas, viele Pfauen, Ziegen, Schafe, Tauben, Puten, Ponys, Esel und weitere ästen friedlich miteinander und warteten bestimmt auf den Noah, der sie für seine Arche aussucht. 

Auf dem Rückweg kommen wir an einer typisch osmanischen Brücke vorbei. Ja, auch die Türken haben keine 100 Jahre vorher auf Kreta grausam geherrscht. Zu allen Zeiten waren die Klöster Zentren des kretischen Widerstandes.

In Agia Galini finden wir am Hafen einen Platz für die Nacht.

 

9.11.2014, Sonntag

Gerade wollen wir mit dem Frühstück beginnen, da kommt ein Ortspolizist und weist uns daraufhin, dass hier im Hafen nicht campiert werden darf. Auf einem Verkehrsschild sind Zelte und Wohnwagen durchgestrichen, also verboten.  Was soll´s, zusammenpacken und ein paar Kilometer weiter am Flussufer frühstücken.

Zu den Ausgrabungsstätten Agia Triada und Festos. 

Festos / Phaistos war nach Knossos die zweitgrößte minoische Stadt mit Palast, Wohn-, Handels- und Handwerksvierteln. Phaistos liegt über der fruchtbaren Messara-Ebene und beherrschte das südliche Mittelkreta. Seit über 7000 Jahren ist dieser Hügel schon bewohnt. Wie in Knossos wurde Wasser über Leitungen von weit her gebracht. Das sind aus meiner Sicht unglaubliche kulturelle und technologische Leistungen, die sich hier seit der Bronzezeit entwickelt haben. Häuserbau, Städtebau, Wasserleitungsbau, Metallurgie, Keramikherstellung, dazu die notwendige landwirtschaftliche Infrastruktur für die Ernährung sowie Nah- und Fernhandel. Hut ab!

Fetsos

Gesamte Anlage von Festos
Agia Triada war seit der Bronzezeit bewohnt und wird auch als Villa der Könige von Festos bezeichnet. Agia Triada ist ebenfalls eine minoische Stadt mit Palast, Wohn-, Arbeits- und Handelsviertel, nur viel kleiner.

Agia Triada, nach dieser Kirche ist das ganze Ausgrabungsgelände benannt

In dem Kirchlein
Auch hier wurden mit Beton die Holzbalken nachempfunden 

Wasserleitungen in Agia Triada
Nach so viel Input zieht es uns ans Meer. 15 km weiter liegt Matala. Hier wohnten in den 1960-Jahren Blumenkinder in den in die Felswand gehauenen Grabkammern aus römischer Zeit. Hier wird das Image der Hippies gepflegt. Ein bunt bemalter VW-Bulli empfängt alle Besucher an der Zufahrt zum Parkplatz. Da muss man sofort fotografieren.
Hippiemobil
Fast alle Kneipen erinnern an die Hippies. Hier ist alles irgendwie Flower-Power. Jüngere und ältere Langhaarige fühlen sich hier offensichtlich wohl.  Ich bedaure, dass mir meine Haare abhandengekommen sind.

In der Wand bestatteten die Römer ihre Toten. In den 1960-Jahren campierten hier die Blumenkinder.