10.11.2014, Montag
Von Matala zum Zorbas Beach
Matala, hier könnte man länger bleiben. Für morgen haben wir
uns am Zorbas Beach in der Nähe von Iraklion verabredet. Am Dienstag gibt es
eine organisierte Raki-Tour, zu einer Destille mit Verkostung und Grillen.
Nach der Besichtigung der römischen Grabstellen /
Blumenkinderbehausungen fahren wir vom Süden bis hoch in den Norden der Insel,
so ungefähr 70 Kilometer.
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| In dieser Wand haben in den 60er Jahren Hippies gehaust |
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| Vom Römergrab zur Hippiebleibe, jetzt geschützt als Ausgrabungsstätte |
11.11.2014, Dienstag
Rad fahren und Destillenbesuch
Die Ferienanlage „Zorbas Beach Island“ wird von Holländern
betrieben. Nach der Saison, wahrscheinlich auch während der Saison, sind sie
Anlaufpunkt für hier lebende Holländer, Österreicher, Belgier und Deutsche.
Gemeinsame Ausflüge werden organisiert und wir sind gern gesehene Gäste. Wir
stehen zusammen mit Angelika und Bernd und einem österreichischem Wohnmobil
davor und können Einrichtungen der Anlage nutzen.
Am Vormittag nehmen wir die Räder raus und fahren immer
schön an der Strandstraße entlang rund 10 km Richtung Osten. Einige wenige
Gaststätten und Supermärkte haben auf, ansonsten ist hier jetzt „Tote Hose“.
Die Hotels und Ferienhäuser sind leer und verschlossen. Zwischendurch künden
Bauruinen von der Finanz- und Immobilienkrise. Jetzt am Ende der Saison wirken
die Fassaden ungepflegt und farblich ausgelaugt.
Um 15 Uhr sind wir an der Anlage „Zorbas Beach Island“, also
direkt an unserem Stellplatz, verabredet. Schon eine halbe Stunde vorher kommen
hier lebende Holländer, Belgier und Deutsche und schwätzen miteinander. Großes
und kleines Hallo, man freut sich. Mit den Autos geht es schätzungsweise 20km
in die Berge. In einer Schnapsbrennerei wird alles besichtigt und frisch
destillierter Raki verkostet. Es wird gegrillt und ein nettes Barbecue wird
gefeiert.
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| Renate und Petra |
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| Henry, der Belgier, Bernd, Angelika und vorn Harald |
Es ist eine angenehm, lustige Feieratmosphäre. Wer war neben uns mit
dabei: Eric und Nika, die Organisatoren und Besitzer der Ferienanlage, unsere
Freunde und Mitreisende Angelika und Bernd, Renate und Harald, unsere
Österreicher mit dem Riesenwohnmobil, die Angestellten Juri, ein Holländer, und
Andreas, stammt aus Altenburg / Eisenhüttenstadt, ein seit über 40 Jahren hier
lebender belgischer Architekt, King Henry und Queen Mary (Jean), Holländer, und
weitere. Bei Dunkelheit zurück und in der Taverne der Anlage einen langen und
lauten Absacker getrunken.
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| Beim Absacken |
12.11.2014, Mittwoch
Leichter Kopfschmerz, im Ort wandern, langsames Nichtstun.
Am Abend trifft man sich in der Taverne zum ersten
Dart-Abend der Saison. Wir sind eingeladen, kennen zwar die Regeln nicht, haben
aber gut Spaß. Es sind fast alle Gäste
von gestern mit dabei. Hier fließt diesmal kein Alkohol. Eine nette
Gemeinschaft der Neu-Kretaer.
13.11.2014, Donnerstag
Wir haben eine Entscheidung zu treffen: Am Sonnabend wird
hier ein österreichischer Abend zelebriert. Renate besorgt und kocht für alle
oben in der Küche. Die Kosten werden sich von allen Mitessern geteilt. Wird
bestimmt gut. Trotzdem, uns fehlt noch ein Teil der Südküste. Spät und schweren
Herzens brechen wir in Richtung Lendas auf. Schade, Renates selbsthergestellte
Oliven und ihre Marmelade versprechen Genuss pur.
Unserer Navi-Dame Klara mache ich klar, dass wir nach Lendas
wollen. Sie führt uns auf zuerst guten Straßen und da auch manchmal
handgeschrieben Lendas auf Schildern stand, meinten wir, ihr vertrauen zu
können. Auf die Küste treffen wir in Kali Limenes. Hier ist der Apostel Paulus
bei seiner Reise nach Rom an Land gegangen. Hier an den Hängen und im Tal sind
viele mit Plasteplanen bespannte Gewächshäuser. Klara zeigt uns an, dass es
einen Weg am Hochufer entlang gibt. Nach einem Kilometer wird aus der Asphaltstraße
eine Schotterpiste, die frisch geschoben ist. 7 km bis Lendas, 12 km bis zum
per Koordinaten eingegebenen Ziel. Was tun? Hier fahren auch LKW zu den
Gewächshäusern, ein Wegweiser zeigte auch Lendas an, dann müssen wir doch wohl auch
durchkommen. Es wird langsam dunkel, es geht steil bergauf, teilweise nur im
ersten Gang zu fahren. Es geht auch steil bergab, wir haben Glück, dieser Weg
ist tatsächlich frisch bis zum Schluss geschoben. Endlich: Asphalt! Wir sind in
Lendas angekommen. Der Stellplatz ist noch drei bis vier Kilometer entfernt.
Wieder Schotterpiste! Nicht mehr ganz so steil, Lichter in der Ferne, noch um
einen Berg herum, nochmal und dann: eine Taverne. Hier müssen wir bleiben.
Sehen kann man nichts. Aus der Gaststätte kommen Leute raus und einer davon
spricht perfekt deutsch. Kein Problem hier zu stehen! Zu Orangensaft, Bier,
Omelett, Souvlaki und einem netten Gespräch in die Gaststube. Der deutsch
sprechende Papa war bis zu seinem Hauptschulabschluss mit seinen Eltern in
Deutschland, Dortmund. Anschließend zurück nach Griechenland, keine Lehre, 25
Jahre als Maschinist im Steinbruch gearbeitet, seit 3 Jahren Arbeitslos. Die
Situation auf Kreta ist nicht besonders gut, aber zurzeit geht es in kleinen
Schritten aufwärts.
14.11.2014, Freitag
Nach dem Frühstück nehmen wir unsere Wanderstöcke und wollen
nur bis zum Hafen und den Weg darüber hoch bis zum Bergkamm. Als wir dort
ankommen sehen wir in ein Tal hinein, das nicht weit entfernt im Meer endet.
Ein mit einem Geländer gesicherter Pfad führt hinunter. Also runter.
Wunderbarer Canyon, wunderbare Bucht, wunderbare Wanderung!
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| Hier im Tal sollen in einer Höhle eine deutsche Künstlerin und ihr holländischer Mann leben. Wir haben sie nicht gesehen und vermuten, dass die Steingebilde von ihnen sind. |
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| Oben werden wir von Ziegen empfangen. |
Eigentlich wollten wir zwei hier Nächte bleiben, aber es
hier „am A…. der Welt“ und es gibt auf Kreta noch einiges zu erkunden.
Tsoutsouros war uns mehrfach empfohlen worden. Das liegt in einer der nächsten
Schluchten.
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| Am Dorfstrand in Landas |
Von Schotterpisten haben wir genug, deshalb über eine gut
ausgebaute Straße zurück zur Nationalstraße 97 und dann die wiederum sehr gut
ausgebaute Straße in die Schlucht von Tsoutsouros. Nach tollen Ausblicken empfängt
uns am Ende ein netter Touristenort. Wir stellen uns zu drei polnischen
Wohnmobilen an der Strandstraße. Mindestens einer von ihnen ist seit April auf
der Insel und will im April 2015 zurück nach Hause in Hirschberg / Jelina Gora
fahren.
15.11.2014, Sonnabend
Die Nacht war windig, der von den Bergen herabfallende Wind
hat unser mobiles Heim gut durchgerüttelt. Gestern Abend und auch heute Morgen
hat es immer mal wieder geschauert, so dass ich diesen Text vervollständigen
konnte. Jetzt gegen Mittag bescheint uns bei 19°C die Sonne wieder.
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| Am Strand von Tsoutsouros |


















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