Samstag, 15. November 2014

14 - noch eine Destille, 7km Schotterpiste, schöne Schlucht


 

10.11.2014, Montag

Von Matala zum Zorbas Beach

Matala, hier könnte man länger bleiben. Für morgen haben wir uns am Zorbas Beach in der Nähe von Iraklion verabredet. Am Dienstag gibt es eine organisierte Raki-Tour, zu einer Destille mit Verkostung und Grillen.

Nach der Besichtigung der römischen Grabstellen / Blumenkinderbehausungen fahren wir vom Süden bis hoch in den Norden der Insel, so ungefähr 70 Kilometer.
In dieser Wand haben in den 60er Jahren Hippies gehaust

Vom Römergrab zur Hippiebleibe, jetzt geschützt als Ausgrabungsstätte
 

 

11.11.2014, Dienstag

Rad fahren und Destillenbesuch

Die Ferienanlage „Zorbas Beach Island“ wird von Holländern betrieben. Nach der Saison, wahrscheinlich auch während der Saison, sind sie Anlaufpunkt für hier lebende Holländer, Österreicher, Belgier und Deutsche. Gemeinsame Ausflüge werden organisiert und wir sind gern gesehene Gäste. Wir stehen zusammen mit Angelika und Bernd und einem österreichischem Wohnmobil davor und können Einrichtungen der Anlage nutzen.

Am Vormittag nehmen wir die Räder raus und fahren immer schön an der Strandstraße entlang rund 10 km Richtung Osten. Einige wenige Gaststätten und Supermärkte haben auf, ansonsten ist hier jetzt „Tote Hose“. Die Hotels und Ferienhäuser sind leer und verschlossen. Zwischendurch künden Bauruinen von der Finanz- und Immobilienkrise. Jetzt am Ende der Saison wirken die Fassaden ungepflegt und farblich ausgelaugt.


Um 15 Uhr sind wir an der Anlage „Zorbas Beach Island“, also direkt an unserem Stellplatz, verabredet. Schon eine halbe Stunde vorher kommen hier lebende Holländer, Belgier und Deutsche und schwätzen miteinander. Großes und kleines Hallo, man freut sich. Mit den Autos geht es schätzungsweise 20km in die Berge. In einer Schnapsbrennerei wird alles besichtigt und frisch destillierter Raki verkostet. Es wird gegrillt und ein nettes Barbecue wird gefeiert.
Renate und Petra

Henry, der Belgier, Bernd, Angelika und vorn Harald
Es ist eine angenehm, lustige Feieratmosphäre. Wer war neben uns mit dabei: Eric und Nika, die Organisatoren und Besitzer der Ferienanlage, unsere Freunde und Mitreisende Angelika und Bernd, Renate und Harald, unsere Österreicher mit dem Riesenwohnmobil, die Angestellten Juri, ein Holländer, und Andreas, stammt aus Altenburg / Eisenhüttenstadt, ein seit über 40 Jahren hier lebender belgischer Architekt, King Henry und Queen Mary (Jean), Holländer, und weitere. Bei Dunkelheit zurück und in der Taverne der Anlage einen langen und lauten Absacker getrunken.

Beim Absacken
 

12.11.2014, Mittwoch

Leichter Kopfschmerz, im Ort wandern, langsames Nichtstun.

Am Abend trifft man sich in der Taverne zum ersten Dart-Abend der Saison. Wir sind eingeladen, kennen zwar die Regeln nicht, haben aber gut Spaß.  Es sind fast alle Gäste von gestern mit dabei. Hier fließt diesmal kein Alkohol. Eine nette Gemeinschaft der Neu-Kretaer.


 

13.11.2014, Donnerstag

Wir haben eine Entscheidung zu treffen: Am Sonnabend wird hier ein österreichischer Abend zelebriert. Renate besorgt und kocht für alle oben in der Küche. Die Kosten werden sich von allen Mitessern geteilt. Wird bestimmt gut. Trotzdem, uns fehlt noch ein Teil der Südküste. Spät und schweren Herzens brechen wir in Richtung Lendas auf. Schade, Renates selbsthergestellte Oliven und ihre Marmelade versprechen Genuss pur.

Unserer Navi-Dame Klara mache ich klar, dass wir nach Lendas wollen. Sie führt uns auf zuerst guten Straßen und da auch manchmal handgeschrieben Lendas auf Schildern stand, meinten wir, ihr vertrauen zu können. Auf die Küste treffen wir in Kali Limenes. Hier ist der Apostel Paulus bei seiner Reise nach Rom an Land gegangen. Hier an den Hängen und im Tal sind viele mit Plasteplanen bespannte Gewächshäuser. Klara zeigt uns an, dass es einen Weg am Hochufer entlang gibt. Nach einem Kilometer wird aus der Asphaltstraße eine Schotterpiste, die frisch geschoben ist. 7 km bis Lendas, 12 km bis zum per Koordinaten eingegebenen Ziel. Was tun? Hier fahren auch LKW zu den Gewächshäusern, ein Wegweiser zeigte auch Lendas  an, dann müssen wir doch wohl auch durchkommen. Es wird langsam dunkel, es geht steil bergauf, teilweise nur im ersten Gang zu fahren. Es geht auch steil bergab, wir haben Glück, dieser Weg ist tatsächlich frisch bis zum Schluss geschoben. Endlich: Asphalt! Wir sind in Lendas angekommen. Der Stellplatz ist noch drei bis vier Kilometer entfernt. Wieder Schotterpiste! Nicht mehr ganz so steil, Lichter in der Ferne, noch um einen Berg herum, nochmal und dann: eine Taverne. Hier müssen wir bleiben. Sehen kann man nichts. Aus der Gaststätte kommen Leute raus und einer davon spricht perfekt deutsch. Kein Problem hier zu stehen! Zu Orangensaft, Bier, Omelett, Souvlaki und einem netten Gespräch in die Gaststube. Der deutsch sprechende Papa war bis zu seinem Hauptschulabschluss mit seinen Eltern in Deutschland, Dortmund. Anschließend zurück nach Griechenland, keine Lehre, 25 Jahre als Maschinist im Steinbruch gearbeitet, seit 3 Jahren Arbeitslos. Die Situation auf Kreta ist nicht besonders gut, aber zurzeit geht es in kleinen Schritten aufwärts.

 

14.11.2014, Freitag

Nach dem Frühstück nehmen wir unsere Wanderstöcke und wollen nur bis zum Hafen und den Weg darüber hoch bis zum Bergkamm. Als wir dort ankommen sehen wir in ein Tal hinein, das nicht weit entfernt im Meer endet. Ein mit einem Geländer gesicherter Pfad führt hinunter. Also runter. Wunderbarer Canyon, wunderbare Bucht, wunderbare Wanderung!






Hier im Tal sollen in einer Höhle eine deutsche Künstlerin und ihr holländischer Mann leben. Wir haben sie nicht gesehen und vermuten, dass die Steingebilde von ihnen sind.


Oben werden wir von Ziegen empfangen.
Eigentlich wollten wir zwei hier Nächte bleiben, aber es hier „am A…. der Welt“ und es gibt auf Kreta noch einiges zu erkunden. Tsoutsouros war uns mehrfach empfohlen worden. Das liegt in einer der nächsten Schluchten.
Am Dorfstrand in Landas
Von Schotterpisten haben wir genug, deshalb über eine gut ausgebaute Straße zurück zur Nationalstraße 97 und dann die wiederum sehr gut ausgebaute Straße in die Schlucht von Tsoutsouros. Nach tollen Ausblicken empfängt uns am Ende ein netter Touristenort. Wir stellen uns zu drei polnischen Wohnmobilen an der Strandstraße. Mindestens einer von ihnen ist seit April auf der Insel und will im April 2015 zurück nach Hause in Hirschberg / Jelina Gora fahren.

 

 

15.11.2014, Sonnabend

Die Nacht war windig, der von den Bergen herabfallende Wind hat unser mobiles Heim gut durchgerüttelt. Gestern Abend und auch heute Morgen hat es immer mal wieder geschauert, so dass ich diesen Text vervollständigen konnte. Jetzt gegen Mittag bescheint uns bei 19°C die Sonne wieder.

Am Strand von Tsoutsouros
 

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