Relaxen, über Felsen klettern, spazieren gehen
Per Fuß im Hafen gelandet und dort einen Segler getroffen, der vor eineinhalb Jahren in Zehdenick mit seinem Boot und seiner Frau los gefahren ist, und jetzt hier für acht Monate überwintert. Über den Mittellandkanal zum Rhein, weiter in die Maas und von dort aus über Kanäle bis zur Rhone ins Mittelmeer bei Marseille, dann an der Uferlinie entlang in die Nähe von Korsika und schließlich hier in der Marina angekommen ist. Schon irre.
28.02.2014, Freitag
Mit den Rädern nach Arbatax,
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| Rote Felsen von Arbatax |
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| Blick aus dem Wohnmobil |
bevor wir nach Arbatax fahren, radeln wir nochmal in den Touristenhafen. Dort hatten wir uns gestern mit einem sehr gut sprechenden Sarden unterhalten. Vielleicht kann er uns einige Auskünfte zu Zielen in der Umgebung geben. Über eine Stunde haben wir uns gut mit ihm unterhalten. Seine Eltern waren zum Arbeiten nach Deutschland gegangen und haben insgesamt 35 Jahre dort gelebt. Als die Mutter schwanger wurde, ging sie zum Entbinden zurück nach Sardinien, damit der Sohn ein richtiger Sarde wird. Die ersten dreieinhalb Lebensjahre wuchs er bei den Großeltern in Beunei auf und wurde dann für 11 Jahre zu seinen Eltern nach Nürnberg geholt. Die Schulausbildung wurde wieder auf Sardinien beendet. Er hat ein Studium in Germanistik angefangen und will in der nächsten Zeit sein Diplom zu einem ostdeutschen Schriftsteller machen. Er spricht perfekt deutsch, italienisch, französisch und englisch. Es ist sehr angenehm, sich mit ihm zu unterhalten.
Für viele Sarden ist es noch immer so, dass körperliche Arbeit höher geachtet wird als Geistesarbeit. Das bedauert er. Er ist verheiratet, arbeitet hier im Osten der Insel, seine Frau auf der anderen Inselseite, 150 Straßenkilometer entfernt. Sie haben zwei Kinder. Mit Stolz und Freude erzählte er, dass er eine Frau aus der Inselhauptstadt Cagliari geheiratet hat, das ist nicht üblich, dass er kein Mädchen aus der Nähe ehelichte. Die sardische Tradition ist scheinbar sehr fest verankert.
01.02.2014, Sonnabend
Nach dem Frühstück auf die Hochebene Golgo bei Baunei. Die Kirche San Pietro und eine eingestürzte Dolie sollen ansehenswert sein.
Von Baunei aus sind es noch rund 10 km. Es wird mal wieder steil mit engen Kurven. An einer Stelle steige ich aus und sehe nach, ob man da rum kommt. Ja, das müsste zu schaffen sein. Also weiter nach oben. Traumaussicht auf die unten liegende Ebene samt Meer, wie auf einer Landkarte liegt alles da.
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| Vor uns am Hang ist Baunei, vorne links im Meer - die Landzunge von Arbatax. |
Wir lassen das Auto stehen und wandern zum 270 m tiefen Karstschlund "Voragine di Golgo" oder "Su Sterru" genannt. Als erstes sehen wir Schweine, die hier im Wald nahe der "As Piscinas", das sind kleine Tümpel im Buschwald, friedlich äsen. Das ist unglaublich, aber vor allem unglaublich friedlich.
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| As Piscine, die "Badewannen" im Wald |
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| Im Schweineparadies |
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| Blick ins 270 m tiefe Loch |
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| zufriedene Kühe |
Parken "Su Sterru" 40°04'51,2"N, 09°40'24,5"E
Bis zur Kirche San Pietro ist es nicht mehr weit. Auf dem Gelände davor und darum weiden wieder ganz saubere, im Fell gesund glänzende Schweine. Denen geht es hier gut, wie im Schweineparadies. Wir fühlen uns in dieser einsamen friedlichen Welt auch wie im Paradies.
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| Pilgerkirche San Pietro |
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| heile Welt |
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| Pilgerin |
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| Pilgerunterkünfte |
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| Ausgang |
Irgendwann müssen wir das Paradies verlassen, beginnt doch um 15.00 Uhr in Baunei der Straßenkarneval. Ab um Drei versammeln sich am Ortseingang (Friedhof, Tankstelle) alle Kinder und jungen Jugendlichen zum Teil mit den Eltern um kostümiert durch den Ort zu ziehen. Für die 4000 Einwohner dieses Ortes ist das schon eine große Menge.
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| Straßenkarneval in Baunei |
Ja, also ab in die Ortsmitte. Unterwegs werden wir angesprochen, wir entnehmen den Hinweisen, wir sollen zur Kirche zum Schweine essen.
Neben der Kirche in einem großen Versammlungsraum sind die verbliebenen Karnevalisten und essen dort Wildschwein-"Gulasch". Es ist ein Ohren betäubender Lärm, Wein in Maßen wird auch getrunken, die Kinder toben auf der Bühne. Ausgelassene Stimmung.
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| Nette Närrinnen im Gemeinderaum |
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| beim Wildschein essen |
Hier treffen wir auch die Mittelmeersegler, Bodo und Ilona, sowie ein weiteres Seglerpaar aus der Marina Santa Maria Navarese.















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