Samstag, 29. März 2014

12. Wieder ins Landesinnere und dann weiter am Ufer bis nach Alghero


noch 25.03.2014, Dienstag
Bosa, am Nachmittag gehen wir nochmal über die Fußgängerbrücke in die Stadt. In der Kathedrale wird gerade ein neuer Bischoff gekürt. Hinein kommen wir nicht, die Zeremonie wird nach draußen  und in die benachbarten Kneipen übertragen. Es gibt tatsächlich Leute, die sich das hier ansehen. Wir auch. Es wird kalt, also rein ins nächste Cafe und einen Tee trinken. Hier unterhalten wir uns mit einem jungen Mann, der vor 10 Jahren für zwei Jahre in Braunschweig Elektrotechnik studiert hat. Netter Kerl, für Elektroingenieure gibt es hier aktuell keine Arbeit, vielleicht sollte ich nach Deutschland gehen, sagt er uns.
Am Abend Pizza essen, hat ganz hervorragend geschmeckt. Anschließend sind wir ohne Verdauungsspaziergang ins Bett gegangen.  Das rächte sich, wir beide sind mit Bauchschmerzen aufgewacht.
26.03.2014, Mittwoch
Aufwachen bei Nieselregen, es hat keinen Sinn durch die schöne Stadt Bosa zu bummeln.
Gestern abend hatten wir beim Pizza essen ein vorzügliches Olivenöl. Der Kellner/Kneiper hat uns erklärt, dass er das Öl in der Stadtmitte von Cuglieri beim Produzenten kauft. Hinfahren, probieren und Olivenöl als Mitbringsel kaufen.
Über Macomer nach Silanus zur Kirche aus dem 11. Jahrhundert und Nuraghe Santa Sabina. Die Kirche wird noch für Wallfahrten genutzt, darauf deuten die Pilgerunterkünfte in der Nachbarschaft hin. Ein friedliches Bild. Was uns immer wieder überrascht ist, dass die Nuraghen die Zeiten und die wechselnden herrschenden Völker und Glaubensrichtungen überlebt haben. Hier an dieser Stelle wäre es doch wohl sinnvoll gewesen das Baumaterial aus der in unmittelbarer Nähe stehenden Nuraghe für den Bau der Kirche zu verwenden. Das hat man nicht getan, warum?
Nuraghe und Kirche "Santa Sabina"

Kirche Santa Sabina, im Hintergrund Pilgerunterkünfte

Nach dem Kaffee trinken fahren wir noch zur Nekropole von Sant' Andrea Priu. Dort werden wir übernachten und uns die Höhlengräber morgen ansehen. Jetzt nieselt es unangenehm.
Übernachten: 40°25'13,8"N, 08!50'53,1"E in Parktasche vor den Höhlengräbern, total allein, keine Beleuchtung, pechschwarze Nacht.
27.03.2014, Donnerstag
Von Kuhglocken und eine friedlichen Stille werden wir geweckt. Vor der Felswand in die die Höhlengräber vor 5400 bis 4700 Jahren hineingehauen wurden, wartet auf uns die geschlossene Eingangszone als Hindernis. Unser kleines Trittleiterchen ist der perfekte Aufstieg auf die Mauer und schon sind wir drin. In die rötliche Trachytfelswand sind Höhlen gehauen. Ich würde denken, hier haben früher Leute gewohnt. Im Baedecker steht was anderes. "Die ins Gestein gehauenen Gräber sind teilweise miteinander verbunden und ahmen in vielen architektonischen Details die damals üblichen Hausformen nach, z.B. mit Balkendach und Stützpfeiler. Die Toten sollten sich im Jenseits wie zu Hause fühlen."
Trachytfelswand

Vor der Nekropole, die eigene Grabkammer kann noch warten.

Grabkammer von innen

Keine Ahnung, was das ist - befindet sich oberhalb der Grabkammern

Als wir alles besichtigt haben kommen zwei Frauen, schließen auf und schauen grimmig sagt Petra, ich war noch oben im Fels. Es könnte sein, dass sie zu spät zur Arbeit gekommen sind, weil ja um diese Zeit sowieso keiner kommt. Wir werden es nicht heraus finden.
Eine der sehenswertesten Nuraghen soll gleich hier in der Nähe sein. Nuraghen haben wir eigentlich schon genug gesehen. Aber, wenn sie auf dem Wege liegt.
Auf zur Nuraghe Santu Antine. Von der Straße her unscheinbar. Tickets kaufen, hingehen und dann sind wir begeistert. Mittelturm, Ecktürme, Wehrmauern, Innenhof mit Brunnen, in den Steinwänden Treppen zu den oberen Ebenen, in den Mauern Verbindungsgänge zwischen den Türmen. Alles recht gut erhalten. In der unteren Ebene sind die Gänge vollständig überdacht, in der mittleren Etage fehlen Deckensteine auf den Gängen, man erkennt aber, dass sie mal geschlossen waren. Die obere Etage fehlt zum größten Teil.
Nuraghe Santu Antine, davor eine sardische Rundhütte

Im Innenhof

Wehrgang in der Steinmauer

So soll dieser Nuraghe mal ausgesehen haben

Oberer Wehrgang, man sieht, dass dieser mal überdacht war.

Eine phantastische und fruchtbare Landschaft, vorn die Reste des Nuraghendorfes
Jeder Stein wird angesehen. Petra möchte die Leute, die hier mal gelebt haben, sehen. Durch die Berge zurück nach Bosa auf unseren gestrigen Stellplatz.
28.03.2014, Freitag
Endlich, wir werden mit Sonnenschein, von Taubengegurre und den neben uns stehenden Pferden geweckt. Der Kaffee duftet, es gibt gleich Frühstück, Petra beobachtet einen Wiedehopf. So lässt sich's leben. 
Nach dem Freitagseinkauf beim Discounter "Eurospin" folgen 47 km Panoramafahrt immer an der Küste entlang. 47 km keine Ortschaft, nur Meer links tief unten und Felsen rechts steil hoch. Hier sollen Gänsegeier leben sagte uns jemand vom Stellplatz in Bosa. Es könnte sein, dass wir mehrere gesehen haben. Weit oben segelten große Vögel rum. Die Berg-Felsen-Schluchten-Meeresblickwelt ist immer wieder für uns Flachländer überwältigend.


Ein Bild für Winni Rohde: Was sit das für ein Material? Grünlicher Mergel-Fels? Welches Material ist enthalten? Ich bringe einen Stein mit!

In Alghero wollen wir für drei Nächte auf den Campingplatz gehen, um die langsam zur Neige gehende Wäsche zu waschen. Der Franzose vom Platz in Buggeru hatte uns gesagt, dass ein Platz mit Waschmaschine hier offen ist. Alle Versuche, einen offenen Platz zu finden, scheitern. Dann fahren wir eben an einen Strand und nächtigen dort. 40°35'06,1"N, 08°15'33,2"E  

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