24.02.2014, Montag
Heute wollen wir weiter in Richtung Süden.
Vorher nochmal nach Posada zum Strand am Campingplatz. Nachtrag: hier werden in den "Schrebergärten" Schweine und Kühe relativ frei gehalten. Es riecht auch so. Finden wir aber gut.
Weiter zum Capo Comino, hat mir ein Sarde als guten Ort für Wohnmobile empfohlen. Ist es auch. Wir wandern und klettern auf den Felsen rum und genießen die wärmende Sonne.
Hier könnte man gut am automatischen Leuchtfeuer stehen. Für heute ist es für einen Übernachtungsplatz zu früh. Wir fahren weiter nach Marina di Orsei und hoffen hier gut zu stehen. Hinter dem Strand finden wir am Mündungskanal des Flusses Cedrino unter Pinien einen angenehmen Platz.
40°22'13"N, 09°43'17"E
25.02.2014, Dienstag
Nach dem Duschen im Freien aus dem Wohnmobilfenster wollen wir Orsei, 2km vom Strand entfernt, uns ansehen. Im Reiseführer stand etwas von einem ausgeschilderten Stadtrundgang. Die Ausschilderung ist lückenhaft und wir finden die Stadt nicht besonders gut.
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| Oberhalb von Orsei kommen wir an Marmorbrüchen vorbei. |
Und dann war Cala Gonone für uns nur ein fast toter Ferienort, so dass wir uns auf der offiziellen Zufahrtsstraße wieder in die Berge begeben.
Wir fahren zu einem steinzeitlichen Hügelgrab
(Tomba di Gigante sa Ena e Tomes; 40°22'33"N, 09°31'52,3"E)
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| Auf dem Weg zum Gigantengrab bauen wir für Willi einen Steinhaufen - möge er immer gesund sein! |
Wir lesen, dass in einem Gigantengrab bis zu 200 Personen bestattet wurden. Das eigentliche Grab besteht aus einer länglichen Kammer, die mit Steinböcken abgedeckt ist. An der Stirnseite befindet sich ein halbrunder Vorplatz, der von hochkant aufgestellten Steinen begrenzt wird. In der Mitte der Steinreihe erhebt sich eine Stele. Eine kleine Öffnung in Bodennähe diente als Zugang zur Grabkammer.
Morgen früh werden wir die über 100 Hütten und Brunnen, den heiligen Bezirk und die zwei Megarontempel besichtigen.
Der Zeitraum der Nuraghenkultur wird von 1855 bis 238 vor Christus angegeben. Der altsardische Ausdruck "nuraghe" oder "nurake" wird von "nur" abgeleitet, was Feuer, Höhle und hoher Steinhaufen bedeutet. Als Nuraghen bezeichnet man Steintürme, die die Form von Kegelstümpfen haben. Diese Türme sind ringförmig aufgeschichtete Steinmauern. Die Steinblöcke wurden ineinander verkeilt als Gebäudemauern ohne Mörtel errichtet. Die Kreisstruktur der Häuser gab zusätzliche Festigkeit der Behausungen. Etwa 7000 Nuraghen gibt es auf Sardinien.
26.02.2014, Mittwoch
Gegen halb 10 Uhr gehen wir in die Ausgrabungsstätte und sehen Steine über Steine, kreisförmig aufgerichtet. Wer das hier vor über 3000 Jahren ohne Hilfsmittel gestapelt hat, der musste ganz schön schuften. Das was wir hier besichtigen ist keine von den oben beschriebenen Nuraghen-Burgen, sondern ein Rundhüttendorf aus der Nuraghenzeit. Wir stellen uns die vollständigen Hütten mit Dächern vor und stellen fest: nicht zu vergleichen mit unserer vor dem Eingang stehenden mobilen Behausung.
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| Dorfheiligtum |
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| Im Nuraghendorf |
Auf der Herfahrt hatten wir Hinweise zur größten sardischen Tropfsteinhöhle "Grotta di Ispingoli" gesehen. Im Baedecker Reiseführer standen als Öffnungszeiten für die Wintersaison 12.00 Uhr und 15.00 Uhr. das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Eine viertel Stunde vorher waren wir dort und haben bis 12.15 Uhr gewartet. Es kam keiner. Schade.
Also weiter nach Nuoro, der Provinzhauptstadt. Die Innenstadt wurde als durchaus ansehenswert beschrieben. Unserer Navi-Dame Klara klargemacht, wo wir hin wollen. Sie führt uns auch willig. Nach 5km stehen mehrere Verkehrsschilder nebeneinander: Einbahnstraße nicht einfahren (rotes Schild mit waaagerechtem weißen Strich), daneben ein blaues Schild mit weißem Pfeil nach unten links, also hier darf man nicht reinfahren, aber man soll hier links vom Schild rein fahren??? Den PKW, der hinter uns steht lassen wir vorbei, der muss es ja wissen, ist bestimmt von hier. Nach rund 4 km kommt uns dieser PKW entgegen und bedeutet uns auf bestem englisch, dass die kommende Brücke komplett gesperrt ist. O.k. wir fahren erst mal hin und sehen uns das an.
Hier hat das Dezemberhochwasser gnadenlos gewütet und die Brücke frei gespült. 5m Asfaltstraße fehlen, abgesackt, da gibt es kein rüber kommen. Das Wasser muss fast 20 m hoch gewesen sein und mit ungeheurer Kraft alles mit sich gerissen haben.
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| Hier fehlen gut 5 Meter Straße |
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| Bis oben muss das Wasser gestanden haben |
Zurück, dann über die Autobahn nach Nuoro. Nuoro liegt hoch in den Bergen, die Straßen sind überall sehr steil. Das Fahren mit unserer Kiste ist nicht einfach und immer die Gedanken im Hinterkopf, dass die engen, steilen Straßen mal zu eng werden und wir in eine aussichtslose Lage kommen. Parkplätze für uns sind auch nicht im Überfluss vorhanden. Ne', weg hier.
Neues Ziel ist das ehemalige Banditennest Orgosolo. Hier hat der ehemalige Kunstlehrer Francesco del Casino zusammen mit seinen Schülern die Fassaden der Häuser mit sozialkritischen Wandgemälden bemalt. Weitere "Murales" = Widerstandsbilder sind in den Jahren hinzu gekommen. Wir schlendern durch Orgosolo, bewundern die Wandbilder und versuchen die Bedeutung zu ergründen. Beeindruckend!
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| Marx, Engels und Lenin |
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| Che |
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| Obama |
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| Französische Revolution |
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| Das Geld der Banken |
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| 11. September |
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| Irak - der Diktator wird gestürzt |
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| Irak - die Folgen |
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| Helmut Schmidt und Bert Brecht |
Tanken bei km 21 637 für 20€, 12,3l für 1,628€/l
Von Bergen haben wir erst mal genung, wir wollen wieder ins Flache, ans Meer. Bei der Fahrt über die Hochebene sehen wir in der Ferne mit Restschnee bedeckte Berge. Hier soll es auch Wintersport geben. Nach einer herrlichen Panoramafahrt finden wir in Santa Maria Navarese, in der Nähe von Arbatax, einen ebenen Übernachtungsplatz mit Meerblick, 80 m von der Wasserlinie entfernt.
39°59'00"N, 09°41'10"E
























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