Donnerstag, 6. November 2014

12-Die Wanderung-Möckl`sche Version


 
01.11.2014, eine Höhenwanderung – einmal durch die Hölle bis nach Sougia

 

Kurze Absprache mit P&D zu heutigen Verfahrensweise. Petra hat starke bedenken ob sie die Wanderung durchhält. Ich auch! Trotzdem, ich will!!!

Dieter wird gemeinsam mit Petra unser WOMO nach Sougio bringen. Sie starten von dort und wir von Paleochora.

10:00 Uhr Start am Anfang an einer staubigen Schotterpiste.
eine Stunde Schotterpiste
 
Nach gut einer Stunde erreichen wir Sandy Beach, die letzte Versorgungsmöglichkeit vor dem Berg.
Sandy Beach

Ein interessanter Pool bei Sandy Beaqch
 
Wir folgen den Gelb/Schwarzen Markierungen. Es geht munter rauf runter über unebenen Untergrund. Kurz vor dem Aufstieg gibt es noch eine kleine Badebucht. Ich hätte gut Lust zum Baden. Aber wir wollen die Wanderung komplett schaffen. Also weiter. Der Anstieg ist steil und es bläst ein starker Wind. Der Pfad ist schmal und Angelika hangelt sich ängstlich an der Felswand entlang. Nach ca. 200 Höhenmetern haben wir es zunächst geschafft, haben den Kamm des Krokodils, so nennen die Einheimischen Berg, erreicht und sind bereits 4,5 h unterwegs. Von P&D ist weit und breit nichts zu sehen. Wir durch wandern die Hochebene und genießen die An- und Aussichten.

Auf steinigem Wege nach oben

Selfi von geschafften Wanderern

Eine Landschaft zum Verlieben
Der Abstieg nach Lissos ist mit Steinmännchen und gelbschwarzen Punkten, Kringel und Pfeilen markiert, so dass Verlaufen beinahe nicht möglich ist.

Kurz vor dem Abstieg nach Lissos treffen wir auf P&D im Wald. Da sind wir bereits über 5 h Stunden unterwegs und ich stelle mir die Frage wie sie das noch im Tageslicht schaffen wollen. Kurzer Plausch und jeder geht weiter. Nun wird es heftig. Abwärts über schmalste Pfade, mehr rutschend und Halt suchend, hangeln wir und den Berg hinab.

Olivenbaum unten in der Lissos-Ebene

Lola´s Lieblingsfeinde
Ziegen säumen unseren Weg welche Lola zu heftigsten Reaktionen animieren. Lola kläfft eine im Weg stehende Ziege an, diese senkt den Kopf und kracht mit Wucht auf Lolas Kopf, was diese nicht erschüttert und wieder zum Angriff auf diese Zicke geht, während diese wieder mit gesenktem Kopf ebenfalls zu Angriff übergeht. Um unseren kampferprobten, mutigen Hund zu schützen ziehe ich an der Leine und bringe meinen „Helden“ in Sicherheit und vertreibe die Ziege.

In Lissos, einem scheinbar restlos verlassenem Dorf, verlaufen wir uns kurzzeitig, finden aber den Weg aus der Tiefebene. Nun noch mal den Berg entlang einer Ausgrabungsstelle über steilste Pfade mit hohen Stufen hinauf. Wir sind ausgelaugt! Am Bergkamm ist die griechische Fahne an den Fels gemalt.
An der senkrechten Wand in Serpentinen steil nach oben

Hochebene
 
Wir vermuten, dass wir dort hin müssen. Wir müssen! Nach einer weiteren gut halben Stunde sind wir auf der Hochebene vor Sougia. Der Weg über die Hochebene ist mit seltsam ausgewaschenen Steinen übersät, was das Laufen nicht einfacher macht. Es dämmert als wir vor dem Abstieg in die Schlucht stehen.
 
Den Grund der Schlucht erreichen wir als es bereits dunkel ist. Im diffusen Licht des Mondes stolpern wir durch den Grund über hohe Stufen abwärts, nicht wissend wie lange der „Spaß“ noch gehen wird. Eine gute halbe Stunde, die Zeit ist geschätzt da es zu dunkel zum Uhr ablesen ist, später blinkt uns der Leuchtturm von Sougia an.
Noch ein paar Meter bis zum Wohnmobil
 
Geschafft! Fast unverletzt, Angelika musste noch ihren obligatorischen Sturz mit Rippenprellung und Abschürfungen hinlegen,  sind wir nach 8 Stunden und 45 Minuten völlig erschöpft in unserem WOMO. Nun noch eine Dusche am Strand, etwas essen, viel trinken und dann liegen wir bereits 20:00 Uhr im Bett. Heftigste Muskelkrämpfe lassen und kurz nach dem Einschlafen wach werden, erst ich, dann Angelika und dann nochmals ich. Um 23:00 Uhr parke ich das Auto wegen des heftigen Sturms um und dann können wir bis 8:00 Uhr  des nächsten Tages schlafen.

Herbst 2014 - 11 - Wandern über Berg und Tal über Geröll an der Uferlinie entlang


 


1.11.2014, Sonnabend

Heute wird gewandert. Im Merian ist eine Küstentour beschrieben. Wir, Petra und ich, fahren das Moecklsche Wohnmobil rund 35 km ins per Luftlinie 10 km entfernte Sougia. Wir wandern den sehr gut ausgewiesenen Küstenwanderweg zurück nach Paleochora und Angelika und Bernd nach Sougia zu ihrem Wohnmobil am Ortsrand. Unterwegs treffen wir uns. So war der Plan und so wurde er auch durchgeführt. 200 Höhenmeter, die Ausgrabungsstätte Lissos, zwei Hochebenen und phantastische Ausblicke aufs Meer, die Berge und Täler liegen vor uns. Hört sich gut an.

Bei einer beschriebenen Zeitdauer, von 5 bis 6 Stunden, hätten wir merken müssen, dass das kein einfacher Spaziergang wird.

Vom  Hafen Sougia geht es durch einen Zaun in ein schönes Tal.
Hafen Sougia

Eingang zum Wanderweg
 
Der Wanderweg ist durch eine gelb-schwarze Markierung gut zu finden. Das Wasser des jetzt trockenen Baches hat eine sehr tiefe Schlucht entstehen lassen. Zum Teil hängen die Felsen hoch über unseren Köpfen. Es wandert sich gut, unsere Beine tragen unseren Körper rasch bergauf, so dass wir schwitzen und unser eigenes Gewicht spüren, untrainiert, wie wir sind.

 
Nach einer halben Stunde windet sich der Wandersteig fast senkrecht in engen Kurven nach oben. Ein Glück, dass wir unsere selbst geschnitzten Wanderstöcke dabei haben. Mit Armunterstützung schaffen wir es auf die erste Hochebene in geschätzt 100m Meereshöhe. Eine halbe Stunde über diese Hochebene bei heftigem Wind, in der Ferne das Meer und eindrucksvolle Bergmassive.

Bucht von Lissos
 
Am Ende der Ebene geht es sehr steil nach unten in die Bucht von Lissos. Der Weg nach unten ist immer nur in kurzen Abschnitten zu sehen. Er führt fast senkrecht am Felsen in die Tiefe. Nichts für nicht Schwindelfreie. Die „Stufen“ sind oft sehr hoch. Mit gegenseitigem Abstützen, mit Hilfe der Wanderstöcke und Festhalten am Felsen kommen wir am Asklepion, einem kleinen dorischen Tempel, am Grunde der Bucht an.
Ruinen des Tempels
 
Es war ganz schön heftig. Petras Knie und Gelenke spielen mit, machen sich aber immer mal wieder stark bemerkbar. Wanderpause an der Heilquelle mit vier Ziegen.
Brotzeitgast
 
Nach der ausgedehnten Brotzeit müssen wir leider weiter. Das Tal und die Ausgrabungen können wir uns nicht anschauen, unser Weg ist noch weit und wir wollen noch vor Einbruch der Dunkelheit in etwa 4 Stunden am Wohnmobil sein. Ein Paar mit ordentlicher Bergausrüstung sieht mitleidig auf unsere Schuhe. Das wird nachher auf Geröll noch schwierig. Sie brauchten bis hierher von Paleochora 3 Stunden. Uns kommen sie überheblich vor.

Nach diesem Gespräch geht es hoch auf die nächste Hochebene. Von unten ist der Weg nicht zu sehen. Auf diesen Berg, auf jenen Berg, dazwischen durch, keine Ahnung. Wir folgen der Gelb-schwarzen Markierung. Es geht steil hoch, da wo wir es nicht vermutet hatten. Wo geht’s denn hier lang, das kann doch nicht sein. Weiter hoch kraxeln, geschätzt 200 Höhenmeter. Zweifel, ob das `ne gute Idee war hier zu wandern? Zurück geht aber auch nicht, den Weg kennen wir. Nein diesen Weg nicht zurück. Oben auf dieser neuen Hochebene treffen wir nach drei Stunden von unserem Start Angelika und Bernd mit Hund Lola.
 
Sie sind schon fünf Stunden unterwegs. Oh Gott, wollt ihr da wirklich runter und hoch und wieder runter? Antwort: Zurück geht nicht, den Weg kennen wir.

Wir wünschen uns gegenseitig einen guten und unfallfreien Weg, tauschen die Autoschlüssel aus und schon geht’s weiter, denn keiner hat Zeit zu verschenken.


Durch die Machia über die Hochebene. Es läuft sich jetzt leichter, aber die Geröllsteine machen den Vorteil der Ebene wieder zunichte. Langsam bergab über Geröll. Wir kommen oben am Berg über der Uferlinie an. Von hier ab geht es rund 3 Kilometer über Geröll nach unten. Bei einer Eiskaffee-Pause,  überholt uns das Paar von vorhin. Sie sind sehr nett und bieten uns an, mit ihrem Auto, das sie an einer Badebucht stehen haben, die letzten 4 km bis nach Paleochora mitzunehmen. Bis dahin brauchen sie noch eine Stunde, gehen dann schwimmen. Wir werden etwa anderthalb bis ein dreiviertel Stunden bis dorthin brauchen. Klasse - Lichtblick. Mit ihren Hightech-Wanderstöcken und bestem Schuhwerk springen sie den Hang hinunter. Sie kommen übrigens aus den Alpen vom Ammersee.

Nach ein dreiviertel Stunden erreichen wir die Badebucht. Es baden dort welche, aber das können sie nicht sein, das sind aus der Entfernung ein junges Mädchen und der dazugehörige Freund. An der Liege, auf der die Sachen liegen, schauen wir vorbei. Das können sie nicht sein, das sind andere Klamotten. Das war unsere Überzeugung. Es wird dunkel, 4 km Schotterpiste liegen vor uns, ein Mietauto vom Pärchen steht auf dem Parkplatz. Wir wandern los und hoffen, dass sie uns per Anhalter mitnehmen, wenn sie uns überholen. Aber jetzt hingehen und ihr Schäferstündchen (Schäferschwimmchen) stören, geht nicht. Der Halbmond beleuchtet unseren Weg, zum Glück! Schotterpistengehen, es ist dunkel, es macht keinen Spaß mehr, alles tut weh. Am Ende der Schotterpiste, etwa einen Kilometer vor unserem Wohnmobil überholt uns ein Auto und hält. Es sind die Ammerseer. Sie waren doch die Badenden, hatten sich bei Campern in der Bucht noch erkundigt ob wir durch sind und sich Sorgen um uns gemacht.

Der letzte Kilometer im Auto freut uns sehr und ärgert uns fast ein bisschen. Den hätten wir, zwar unter Schmerzen, aber auch noch geschafft. So fehlt uns ein durch uns gelaufener Kilometer des Weges. Hört sich bekloppt an, ist aber so.

Gerade als wir aus dem Auto steigen, ein Anruf von unseren Freunden: auch sie sind gerade fix und fertig an ihrem Wohnmobil angekommen.

Ende gut, alles gut.

 

2.11.2014, Sonntag

Ein Tag zum Relaxen

Wir wachen in Paleochora in unserem Wohnmobil auf. Die Schmerzen in Muskeln, Sehnen, Gelenken und Knochen halten sich erstaunlicherweise in Grenzen. Wir fahren die 35 km rüber nach Sougia.
Auf dem Weg nach Sougia überrascht uns dieser Regenbogen
 
Es gibt viel mit Angelika und Bernd zu erzählen. Mittag in einer von noch fünf geöffneten Tavernen. Ansonsten: nichts tun, langsam bewegen, Sonne und Wind genießen, Bericht aufschreiben.

Heute ist Sonntag, Tatort-Tag. Mit Tatort ist heute nichts. Der Wind ist zu böig, er würde uns den Antennenspiegel abreißen bzw. beschädigen, das wollen wir nicht riskieren.

Was könnte man morgen tun? Eine Rundwanderung durch die Schlucht, nur kurz, ist eine Idee. Mal sehen, was wir machen.

 

3.11.2014, Montag

Auch wenn Petra nach der letzten Wanderung gesagt hat: nie wieder.

Wir tun`s wieder, diesmal ein kurzer Rundweg durch die Schlucht. Wir kennen den Weg nicht, wissen nicht wie lange man geht, aber es wird schon nicht so lang sein.


 
Es war wunderschön, war nicht so anstrengend wie die letzte Wanderung, dauerte aber 3 ½ Stunden. Wir hatten so 1 ½ Stunden bis 2 Stunden vermutet.    




An der Südküste in Richtung Osten geht es für uns nicht weiter. Wir müssen wieder an die Nordküste nach Chania um am Bergmassiv der Weißen Berge, Lefka Ori, bis 2453 m hoch,  herum zurück an die Südküste zu kommen.

Nach Chania, hier das abendliche Flair zu genießen.

Herbst 2014 - 10 Kastelli, Destille, Elafonisi, Paleochora



28.10.2014, Dienstag

Am frühen Morgen weckt uns die vom Peloponnes ankommende Fähre. Im Internet und auch sonst wo gibt es für diese Fährlinie keine Hinweise. Im Laufe des Tages kommt ein Schweizer Wohnmobil. Es ist morgen die letzte Fähre, die in diesem Jahr über die Inseln Kithira und Antikithira nach Githio ablegt. 

Im Hafen von Kastelli
Hier im Hafen von Kastelli haben wir offenes Internet, so dass der nächste Blog veröffentlicht werden kann. Gegen 12.00 Uhr kommen wir los.

Über die Berge in die nächste Bucht an der Westküste Kretas. Bernd war vorgefahren, kommt uns entgegen und meint diese Bucht ist für uns eher nicht geeignet. Recht hat er, von oben sehen wir eine Bucht mit jeder Menge Plastikland, riesige Gewächshauskomplexe mit Plastebespannung.

Auch wir drehen um und fahren weiter in Richtung Sfinari wie vorher verabredet. Kurz vor Sfinari erreicht uns ein Anruf von Bernd. Sie befinden sich auf der Hauptstraße und haben einen Platten. O.k. wir kommen gleich. Also weiter die Hauptstraße fahren. Bis Sfinari sehen wir kein Wohnmobil mit einem Floß hinten drauf. Dann eben auf der Hauptstraße weiter. Kein Wohnmobil, überall kein Wohnmobil. Wir versuchen anzurufen, keiner geht ran, nur der Anrufbeantworter. Bis nach Kampos weiter durch die Berge. Hier in Kampos halten wir neben einer Destille an und erkundigen uns nach einem vor kurzem vorbei gefahrenen Wohnmobil. Als erstes bekommen wir beide, Petra und ich, frisch gebrannten Raki. Alle Arbeitsgänge bekommen wir erklärt, müssen nochmal kosten, fotografieren und nehmen ein Video auf. Frisch gebrannte Kastanien gibt’s dazu, einfach lecker. Die Verständigung funktioniert über Gesten, Fotos vom Fotoapparat, bruchstückhaftem Englisch und es funktioniert sogar.
Petra beim Raki verkosten
 
Endlich klappt die Verbindung mit Bernd. Der Reifen ist mit Unterstützung hilfsbereiter einheimischer Männer gewechselt. Angelika und Bernd sind allerdings nicht vor uns, sondern weit hinter uns. Bei der Rückfahrt aus der Bucht sind wir im Ort ein paar hundert Meter unterschiedliche Strecken und damit aneinander vorbei gefahren. Wir warten und fahren ab Kampos weiter in Richtung Südwesten nach Elafonisi. Küstennah hoch auf über 500 Meter mit phantastischen Ausblicken auf Berge, Täler und Meer.

In Elafonisi ist es so wie es uns erzählt und beschrieben wurde. Südseefeeling, flache breite Sandbuchten, Felsen im Wasser wie hin dekoriert. Die Natur macht immer noch die kitschigsten Bilder!

Elefonisi
 
29.10.2014, Mittwoch

Aufwachen, Morgenbad in der noch menschenleeren Traumbucht. In der Nacht hatte es geregnet, gedonnert und geblitzt, in der Früh ist es sonnig mit gelegentlichen Wolken.

Im Laufe des Tages kommen immer mehr Badegäste, so, dass es angenehm voll wird. Strandkantinen haben noch auf, Taverne und Verkaufsstelle im Ort auch. Die Saison geht allerdings zu Ende und am Wochenende werden weitere Einrichtungen schließen.

Hier bleiben wir etwas länger!



Beim Durchwaten zur vorgelagerten Insel

 

 30.10.2014, Donnerstag

Wandern in den Klippen.

Zum Einkaufen hoch in den Ort. Wir wollen Mineralwasser holen. Wasser ist ausverkauft. Morgen ist der letzte Tag der Saison.

Am Nachmittag fahren Angelika und Bernd zurück nach Kastelli. Morgen am Freitag wollen sie ihren Reifen reparieren lassen und notwendige Dinge im Internet-Shop erledigen.

 

31.10.2014, Freitag

Das Wochenende besteht bevor, wir müssen in einem größeren Ort einkaufen und tanken.
Vorher noch ins Kloster auf den Klippen
 
Rund 40 km durch die Berge vom Süden der Insel bis in den Norden, auch nach Kastelli. Hier treffen wir unsere Mitreisenden. Reifenreparatur und Internet-Cafe waren innerhalb einer Stunde erledigt. 

Zurück in den Süden nach Paleochora. Von hier aus fahren die Fähren zu schwer von Land aus zugänglichen Küsten- und Touristenorten. In der Saison täglich und im Winter wohl nur 1x die Woche.  Am Abend zum Pizza essen und Wein trinken in eine der schönen Tavernen an der Hafenpromenade. Hier im Ort gibt es alles was man als Wohnmobilist so braucht, wir hätten nicht nach Kastelli fahren müssen.

Bucht von Paleochora

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Herbst2014-09-Klöster und >Soldatenfriedhof


 
24.10.2014, Freitag

Heute wollen wir nicht weit fahren. Auf die Halbinsel Akrotiri bei Chania. Bei Marathi soll an einer schönen Bucht ein guter Platz sein. Wir finden eine fast kreisrunde Badebucht. Klasse Tipp.

Kaum sind wir angekommen fallen uns unsere Mitreisenden Angelika und Bernd ein. Man könnte ja mal anrufen. Bernd sagt: Ich schreibe dir gerade eine WhatsApp, wann wir uns denn treffen wollen. SMS mit Koordinaten an Bernd und drei Stunden später, mit dem Ende des einstündigen heftigen Regens, rollt ein Wohnmobil mit Mecklenburg-Strelitzer Kennzeichen neben uns ein. Freude, viel erzählen von der letzten Woche, Bilder zeigen.

 

25.10.2014, Sonnabend

Mit den Wohnmobilen nach Chania zum Einkaufen. Parken ist eine Katastrophe. Rauf auf einen Parkplatz, wenden auf engstem Raum, bloß weg von hier mit unseren Kisten.  Bernd fährt rechts raus, wir fahren links raus. Einbahnstraße runter, rechts rum, es wird eng, Markisen der Tavernen verengen oben die Straße. Kann man hier weiter, Petra steigt aus. Du könntest hier durchkommen, rechts rum. Das nächste Problem: die Kretaer stellen ihre Autos nach Gefühl und nicht nach unseren Regeln ab. Es wird eng, Petra winkt mich durch, eine halbe Kneipe junger Männer hilft dabei. Geschätzt 1 cm links und 1 cm rechts waren frei. Durch ist durch. Ne, jetzt bloß raus aus diesem Chaos. Bernd ruft an, er hat´s besser getroffen und auf seinem Weg einen Parkplatz, auch für uns, gefunden. Koordinaten per SMS, eingeben ins Navi und dan hin. Denkste! Navidame Klara ist hier auf Kreta nicht auf dem neuesten Stand. Sie will uns verkehrt herum durch Einbahnstraßen führen. Das finden wir sehr mutig von ihr. Aber diesmal ohne uns! Wir fahren durch tosenden Verkehr und finden einen ruhigen Parkplatz am Meer. Auf dem Weg in die Altstsdt kommen wir am Wohnmobil von Angelika und Bernd vorbei. Auch hier in Chania sind wir vom Leben in der Altstadt begeistert. Touristen, junge Leute, Kneipen, gute Stimmung.
Chania

Chania

Zurück zu unserem Traumstrand vom Vortag.  

 

26.10.2014, Sonntag

Der Tag beginnt mit Regen. Unser Stellplatz wird zu einem breiten Bach. Bernd sammelt im Adamskostüm, es regnet ja, seine und unsere wegschwimmenden Badeschuhe ein. Nach einer Stunde ist der Spuck vorbei.

In der benachbarten Bucht mit kleinem Hafen sehen wir uns eine minoische Ausgrabung an. 100 m² sind eingezäunt, etwas in den Erdboden Gemauertes aus gebrannten Ziegeln. Haben die Minoer Ziegel gebrannt? Aber, die Bucht ist nett. Sandstrand und mehrere Tavernen mit den unvermeidlichen Sonnenliegen und Sonnenschirmen.

Die Klöster der Akrotiri – Halbinsel warten heute auf unseren Besuch.

Das Kloster Agia Triada besteht aus einer Kirche im Zentrum und einem rundum verlaufenden Gebäude, wie eine Art Schutz für die Kirche in der Mitte, mit allen für ein Kloster wichtigen Funktionen. Zimmer zum Wohnen für die Mönche, Räume für Andachten, Küche, gemeinsamen Speisesaal und Werkstätten. Die Fenster zeigen nach außen in die Landschaft, Arkadengänge im Inneren schützen vor der sommerlichen Hitze, und dem winterlichen Regen. Das Klosterinnere ist durch Anbauten stark gegliedert. Der begehbare Teil ist mit Marmor ausgelegt. Bäume und Beete runden den harmonischen Eindruck ab. Außerhalb des Klosters stehen Häuser für ??? Angestellte und Handwerker. Die Kirche ist üppig mit Ikonen ausgestattet. Im Klostermuseum sind alte Schriften, Ikonen, Schnitzereien ausgestellt. Alles ist sehr gepflegt, die Ostseite ist gesperrt und wird, wie mir scheint, in kleinen Schritten saniert. Bei aller berechtigten Kritik an „der Kirche“, das Bewahren von Wissen und Schriften sind kulturelle Leistungen von unschätzbarem Wert, die wir aus tiefsten Herzen anerkennen.
Agia Triada - Haupteingang

Agia Triada Kirche


Vor dem Altar



Glockenturm über dem Eingang zum Kloster

Kirchlein im Kloster

Ikone im Kirchlein

Weiter zum Kloster Gouverneto. Die Anfahrt gestaltet sich schwierig, weil wir uns zuerst auf Navidame Klara verlassen. Sie kennt Wege, die keine sind, will uns über Äcker führen, so dass wir beschließen  per Gefühl zu fahren. Das klappt dann auch. Auf einer engen, steilen, einspurigen Straße finden wir am Ende der Insel auf einer kargen Hochebene das Mönchskloster aus dem frühen 16. Jahrhundert. Hier ist Betrieb, Wanderer sind unterwegs, das Kloster ist allerdings bis 16.00 Uhr geschlossen. Hunde sind auf dem gesamten Gebiet der Mönche verboten. Hundedame Lola muss zurück in´s Möcklsche Wohnmobil. Was wir nicht wussten, von hier ab kann man bis hinunter zum Meer wandern/steigen, auf diesem Wege kommt man an einer Klosterruine und einem verlassenen Höhlenkirchlein vorbei. Ich steige runter und bin beeindruckt, von der Landschaft, dem Weg nach unten, der Höhle und der teilweise in den senkrecht abfallenden Fels hinein gehauenen Klosterkirche. Das muss früher Abgeschiedenheit pur gewesen sein.
Kloster Gouvernato am Ende der Straße

Höhle mit kleiner Kirche


Verlassenes Höhlenkloster in der senkrecht abfallenden Felswand


In der Klosterkirche




Kurz vor Chania, noch auf der Akrotiri-Halbinsel finden wir an einem kleinen Ortshafen unseren Nächtigungsplatz, ideal gelegen neben einem Badestrand. Nach einem Plausch mit einer aus München heimgekehrten Kreterin, die München nachtrauert, fängt es an zu regnen.

 

27.10.2014, Montag

Heute früh verzichten wir wegen des anhaltenden Regens auf unser Bad im Meer. Schade.

Hier bei Maleme in der Bucht von Chania sind am 20. Mai 1941 deutsche Fallschirmspringer abgesprungen. Keiner von ihnen konnte das sie empfangende Maschinengewehrfeuer überleben. Der Irrsinn des Krieges wird auf dem Deutschen Soldatenfriedhof von Maleme so richtig deutlich. Vor,  im und kurz nach dem ersten Weltkrieg geboren, Hunger, Weltwirtschaftskrise als Kinder erlebt um dann, mit Mitte zwanzig und jünger im MG-Feuer zu sterben. Mein Onkel Manfred war, wenn ich mich recht erinnere, im Krieg auf Kreta stationiert. Sein Name steht nicht hier, er ist zurückgekommen, Gott sei Dank. Nein, das kann nicht Gott sei Dank heißen. So viele Kriege, so viel Ungerechtigkeit und so viele Tote im Namen des einen Gottes, nee. Menschen sind es, die Kriege anfangen und damit Mensch glaubwürdiger wird, nutzt Mensch den Wunsch von Menschen nach Glauben aus.

Im Eingangsbereich stehen die Worte Albert Schweizers: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“

Mit Wut und Trauer verlassen wir diesen Soldatenfriedhof von Maleme.

Weiter ins Kloster Gonia, 10 km von hier entfernt. Auch hier die Kirche im Zentrum und wie ein  Schutzwall nach außen herum die Klosterräume der Mönche und Werkstätten.

Hier  im Hafen von Kastelli finden wir unseren Stellplatz für die kommende Nacht.