Freitag, 20. Februar 2015

16-auf dem Landweg nach Hause


23.11.2014, Sonntag

Heute ist der 4. Januar 2015, wir sind fast einen Monat wieder zu Hause. Erst jetzt schaffe ich es, den Rest unserer Reise aufzuschreiben. Das geschieht jetzt nur stichpunktartig. Zwischenzeitlich ist in der Adria eine Fähre ausgebrannt, da hätten wir auch drauf sein können! So richtig können wir einen solchen vernichtenden Brand uns nicht vorstellen. Auf dem Autodeck waren bei uns mindestens 4 Personen die die ganze Nacht unterwegs waren und einen entstehenden Brand frühzeitig entdeckt hätten, zudem haben wir die Sprinkleranlage gesehen. Bei dem Brand in der Adria müssen viele nicht nachzuvollziehende Dinge zusammen gekommen sein.

7.00 Uhr Ankunft Piräus, auf Hafenparkplatz frühstücken. Weiter auf der Stadtautobahn Athen/Piräus, kilometerweit sind hier fliegende Märkte mit Teppichen und allerlei Tand. Es sieht aus, als ob alle Zigeuner Osteuropas sich hier versammelt haben. Macht irgendwie keinen guten Eindruck.

Kurz vor Lamia sind die Thermopilen, heißes Wasser tritt hier aus den Felsen, man kann im Freien stundenlang in den Bächen sitzen und warm baden. Das tun wir dann auch ausführlich. Wohltuend.

Wasserfall an den Thermopilen
24.11.2015, Montag

Umsetzen an eine andere Stelle, gestern waren hier zu viele Leute, heute weniger.


Heiße Typen im Bade

Heißer als gestern, stundenlang baden ist nicht möglich, nette Gespräche mit in Deutschland lebenden und arbeitenden Griechen. Wir werden zum Kaffee zu ihnen nach Hause eingeladen, sie fahren über Winter nach Braunschweig in ihre Eigentumswohnung zurück. Hier ist doch auch nur Winter und nicht so geordnet wie in Deutschland. Gespräche zu Verhältnis Griechen zur Kirche und zum Verständnis der Griechen und Auslandsgriechen zueinander, Welten liegen dazwischen.

25.11.2015, Dienstag

Von den Thermopilen nach Meteora,

Auf den Bergen: Meteora
gegen 12.00 Uhr kommen wir los, beim Losfahren hatten wir die Fernsehantenne oben, sind 3 km gefahren, Ergebnis: ab jetzt ohne TV-Empfang, irgendwas ist kaputt gegangen.

Im Hellen kommen wir in Meteora an, Wetter und Sicht gut, sehen und Staunen!




 

26.11.2015, Mittwoch

Alle Klöster abfahren, staunen und ergriffen sein. Besichtigen des Nonnenklosters Stephanos, weiteres Kloster V…, alle anderen Klöster werden angefahren und von außen besichtigt, da zu dieser Zeit nicht alle offen sind. Meteora ist einfach unglaublich, muss man gesehen haben! Wir sind das zweite Mal hier, es ist vieles renoviert worden, es ist richtig schön und gut.





Gegen 13.00 Uhr Abfahrt in Richtung Albanien, durch die griechische Bergwelt, Autobahn A29, Klara weiß den Weg, abbiegen in Richtung Grenze, auf Autobahn hier kein Hinweis mehr auf Albanien, wir vertrauen Klara. Irgendwann geht es über eine schmutzige Schotterpiste 12 km weit zur Grenze, vorbei an einer Autobahnbaustelle. Ein deutsch sprechender Autofahrer meint, dort kann man fahren, zurück sei ein zu langer Weg.

So schmutzig war unser Auto noch nie.

Ab der Grenze eine toll ausgebaute Fernstraße, alles wirkt aufgeräumter als in Griechenland, wir sind vom aufstrebenden Albanien begeistert.

Im nächsten Ort stehen Bernd und Angelika vor einer Bank, wir tauschen in einer Wechselstube Euro gegen LEK. In Pogradec am Ohrid-See nächtigen wir direkt an der Strandprommenade.

 
 


27.11.2014, Donnerstag

Pogradec besichtigen, nette, aufstrebende Stadt, viele Leute unterwegs, angenehm. Pogradec war zu albanisch-sozialistischen Zeiten Urlaubsort für die albanische Elite. Tolle Lage hier am Ohrid-See, den ältesten und tiefsten See Europas.

Zitat Wikipedia: Der Ohridsee gehört zu den ältesten Seen der Welt. Sein Alter wird auf 2 bis 5 Millionen Jahre geschätzt, das Vorkommen endemischer Arten (s. u.) lässt auf eine Entstehung im Pliozän, also vor mehr als 2,6 Millionen Jahren, schließen. Der See entstand durch einen Grabenbruch. Der Wasserspiegel liegt 695 m über dem Meeresspiegel.

Der Ohridsee hat eine maximale Tiefe von 287 Metern. Antike Völker und Stämme wie die Illyrer, die Makedonen und die Griechen siedelten rund um den See und gründeten die Städte Lychnidos (heute Ohrid), Enhallon (vielleicht heutiges Struga) und Damastion. In der illyrischen Stadt Damastion, deren Lage nicht bekannt ist, aber die durch dort geprägte Silbermünzen überliefert ist, befand sich eine Silbermine.[7] Die Städte profitierten von Rohstoffen wie Gold und Silber in der Umgebung. Das Siedlungsgebiet am Ohridsee war umstritten und Schauplatz von wiederholten Konflikten. Die Makedonen konnten die Region unter Philipp II. (359–336 v. Chr.) unter ihre Herrschaft bringen.

Am Ohridsee führte in der Antike auch die Römerstraße Via Egnatia vorbei, die die östliche Adriaküste mit Thessaloniki und Konstantinopel verband. Um die erste Jahrtausendwende war Ohrid kurze Zeit die Hauptstadt des bulgarischen Reiches.




Die heben wir gegessen

Auf Halbinsel im Ohridsee

Hier wird noch von Hand gefischt
Gegen Mittag fahren wir weiter in Richtung Norden direkt am See entlang. Auf gefühlten 20 km wird die Straße komplett erneuert. Die alte Straße ist weggebaggert, es geht durch eine Baustelle, eine aufgeweichte, stark zerfahrene Schotterpiste. Unterwegs halten wir an einer „Gaststätte“ an und essen die berühmte Ohrid-Forelle. In der Baustelle stehen unsere Wohnmobile, drumherum fährt der gesamte Verkehr in Richtung Landesinnere. Nach dem Essen geht es weiter in Richtung Adria. Beim Anstieg in die Berge wird  aus der Schotterpiste wieder eine befahrbare Straße und es fährt sich bis nach Berat ordentlich, denken wir. Es ist inzwischen dunkel geworden und es sind nochmal rund 10 km Straße ohne Straße zu fahren, z.T. Loch an Loch und waschbrettartig. Aber hier wird gebaut und irgendwann wird sie wohl fertig werden.

In Berat, UNESCO-Weltkulturerbe, stehen wir mit unseren Wohnmobilen an der Flußpromenade und genießen das geschäftige Flanieren der vielen Menschen, die jetzt noch auf der Straße sind. Morgen ist der 70. Jahrestag der Befreiung Albaniens/Ende des 2. Weltkrieges, das wird hier gebührend gewürdigt.

Burgberg von Berrat


Flaniermeile

Zwist zwischen den Religionen - noch keiner; hoffentlich bleibt das so.
28.11.2014, Freitag

Besichtigung des Burgberg´s von Berat, tolle Ausblicke auf den Fluss und die Stadt. Traumhaft. Oben im Cafe ist das Kollektiv einer Tiraner Firma auf Betriebsausflug. Der aus Tirana mitgebrachte Raki löst die Zungen, obwohl die Albaner kein englisch können und unser albanisch sehr rudimentär ist, macht die gemeinsame Unterhaltung ausgesprochen Spaß. 

Eingang zur Burg



Taverne auf dem Burgberg
Beim runter gehen kommen wir an einem Gebäude vorbei und werden zur Besichtigung eingeladen. Durch Envar Hotscha wurde die Kirche der Oberstadt umgebaut zu einem Feriensitz für den großen Führer. Jetzt befindet sich unten drin wieder eine griechisch-orthodoxe Kirche. Albanien war ja nach Definition der kommunistischen Führung das erste atheistische Land der Welt. Ja und wenn das so ist, dann kann man die kirchlichen/religiösen Gebäude doch „vernünftig“ nutzen. Diktatur des Proletariats eben. Nein nicht Diktatur des Proletariats, sondern Diktatur einer feudalkommunistischen Herrscherkaste! 

Envar Hodschas Wochenendhaus - das war früher eine Kirche
Weiter nach Bogove, herzlicher Empfang und herzliches Wiedersehen mit Sunila, Krenar und den Kindern Ambra und Arber.

Amber beim Auspacken der Geschenke
 

29.11.2014, Sonnabend

Wandern mit Jungen am Fluss, einer konnte sich an die „Magischen Bleistifte“ von unserem Besuch in der Schule vor drei Jahren erinnern. Schön!

Spaziergang durch Bogove


Krenars Eltern

Am Abend nach Cerovode zu Melinda, ihrem Mann und den großen und hübschen Kindern Bruno und Kathi.

 

30.11.2014, Sonntag

Nach dem Frühstück Verabschiedung von Sunila und Familie. Über Berat nach Durres. Heute Mittag standen wir in für eine Stunde in Berat und waren dort auch im Internet. Über WhatsApp bekommen wir ein kurzes Video zum ersten Advent. Die Sonne scheint, es ist etwas über 20°C, so weihnachtlich sieht das hier gar nicht aus.

Übernachtung in Durres am Ende der Strandpromenade. Hier wirft Weihnachten seine Lichter voraus. Die Palmen an den Straßen werden mit Lichtern geschmückt.

Dürres Seebrücke
 

1.12.2014, Montag

Von Durres nach Skoder, dort gemeinsam in unserer (hier haben wir schon 2x gegessen) Gaststätte direkt am Übergang über den Fluss getafelt. Anschließend weiter nach Montenegro bis nach Kotor. Übernachtung auf dem Parkplatz direkt an der Bucht von Kotor. Spaziergang in der nächtlichen Innenstadt.  

Zum Wein trinken werden wir schon erwartet

Beleuchtete Stadtmauer von Kotor / Cattaro
2.12.2014, Dienstag

Kotor (Montenegro) nach Starigrad Paklenica (Kroatien, in der Nähe von Zadar).

Heute müssen/wollen wir Kilometer machen. Früh aufstehen, feststellen, dass die Schranke vom Parkplatz oben ist, kein Parkplatzwächter da, also schnell weg bevor es wieder kostet. Weiter um die Bucht von Kotor. Hier sehen wir an zwei Stellen richtige Wassermassen aus den Bergen heruntertosen, die letzten Tage hat es oft geregnet. Aussteigen und fotografieren und filmen. In Herceg Novi nochmal tanken und einkaufen. Hier gilt der Euro, obwohl Montenegro nicht in der EU ist. Im folgenden EU-Land Kroatien ist die Kuna das Zahlungsmittel. Immer an der Küste entlang bis Dubrovnik, dann durch 8 km Bosnien bei Neum um dann wieder nach Kroatien einzureisen, bis zur Naretva, ab hier dann die neue Autobahn durch Kroatien bis hinter Zadar. Petra ging es heute an ihrem Geburtstag gar nicht gut und die Fahrt war für sie eine Tortur. War´s das Essen gestern in Skoder oder gestern Abend der Wein, keine Ahnung, jedenfalls der Mageninhalt machte sich mehrmals mit Entleerungen bemerkbar. Einfach nur zum Ko…

In Starigrad Paklenica waren wir vor fast 20 Jahren schon auf dem Campingplatz. Heute stehen wir vorn am H   Hafen. Petra geht es wieder besser.  

3.12.2014, Mittwoch

Petra hat sich gesund geschlafen.

Wir trennen uns von Angelika und Bernd. Sie werden an der Küste entlang fahren. Wir fahren über die Autobahn weiter zur Therme Ptuj in Slowenien. Bemerkenswert war der Aufstieg der Autobahn von Meereshöhe auf die kroatische Hochebene. Hier geht es auf wenigen Kilometern auf 600 m hoch. Unten 14°C, oben knapp über 0°C. Die kalten Luftmassen fallen an den Bergflanken nach unten. Wir fahren sehr langsam und haben etwas Angst von einer Bö umgeschmissen zu werden. Es geht alles gut.

Am Abend in die Therme in Ptuij. Schön warm und entspannend.

4.12.2014, Donnerstag

Fahrtag: Ptuij über Graz, Passau, Regensburg nach Bayreuth.

5.12.2014, Freitag

Nach Berlin zu Evi, Thomas und Willi.

6.12.2014, Sonnabend

Zurück nach Hause: 13.00 Uhr bei km 39 351

Insgesamt: 7814 km

Und heute ist der 20. Februar 2015. Übermorgen gehen wir wieder auf Reisen, diesmal über Basel, Paris, die Atlantikküste entlang nach Santiago de Compostello und dann für ungefähr einen Monat nach Portugal. Die Zeit ist so schnell vergangen und ich hatte keine Muße den Blog ordnungsgemäß zu beenden. Jetzt zwingt mich die nächste Reise.

Unter

eur-opa2015.blogspot.com

geht´s auf der beschriebenen Route nach Portugal und zurück.

 

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