Mittwoch, 29. Oktober 2014

Herbst2014-09-Klöster und >Soldatenfriedhof


 
24.10.2014, Freitag

Heute wollen wir nicht weit fahren. Auf die Halbinsel Akrotiri bei Chania. Bei Marathi soll an einer schönen Bucht ein guter Platz sein. Wir finden eine fast kreisrunde Badebucht. Klasse Tipp.

Kaum sind wir angekommen fallen uns unsere Mitreisenden Angelika und Bernd ein. Man könnte ja mal anrufen. Bernd sagt: Ich schreibe dir gerade eine WhatsApp, wann wir uns denn treffen wollen. SMS mit Koordinaten an Bernd und drei Stunden später, mit dem Ende des einstündigen heftigen Regens, rollt ein Wohnmobil mit Mecklenburg-Strelitzer Kennzeichen neben uns ein. Freude, viel erzählen von der letzten Woche, Bilder zeigen.

 

25.10.2014, Sonnabend

Mit den Wohnmobilen nach Chania zum Einkaufen. Parken ist eine Katastrophe. Rauf auf einen Parkplatz, wenden auf engstem Raum, bloß weg von hier mit unseren Kisten.  Bernd fährt rechts raus, wir fahren links raus. Einbahnstraße runter, rechts rum, es wird eng, Markisen der Tavernen verengen oben die Straße. Kann man hier weiter, Petra steigt aus. Du könntest hier durchkommen, rechts rum. Das nächste Problem: die Kretaer stellen ihre Autos nach Gefühl und nicht nach unseren Regeln ab. Es wird eng, Petra winkt mich durch, eine halbe Kneipe junger Männer hilft dabei. Geschätzt 1 cm links und 1 cm rechts waren frei. Durch ist durch. Ne, jetzt bloß raus aus diesem Chaos. Bernd ruft an, er hat´s besser getroffen und auf seinem Weg einen Parkplatz, auch für uns, gefunden. Koordinaten per SMS, eingeben ins Navi und dan hin. Denkste! Navidame Klara ist hier auf Kreta nicht auf dem neuesten Stand. Sie will uns verkehrt herum durch Einbahnstraßen führen. Das finden wir sehr mutig von ihr. Aber diesmal ohne uns! Wir fahren durch tosenden Verkehr und finden einen ruhigen Parkplatz am Meer. Auf dem Weg in die Altstsdt kommen wir am Wohnmobil von Angelika und Bernd vorbei. Auch hier in Chania sind wir vom Leben in der Altstadt begeistert. Touristen, junge Leute, Kneipen, gute Stimmung.
Chania

Chania

Zurück zu unserem Traumstrand vom Vortag.  

 

26.10.2014, Sonntag

Der Tag beginnt mit Regen. Unser Stellplatz wird zu einem breiten Bach. Bernd sammelt im Adamskostüm, es regnet ja, seine und unsere wegschwimmenden Badeschuhe ein. Nach einer Stunde ist der Spuck vorbei.

In der benachbarten Bucht mit kleinem Hafen sehen wir uns eine minoische Ausgrabung an. 100 m² sind eingezäunt, etwas in den Erdboden Gemauertes aus gebrannten Ziegeln. Haben die Minoer Ziegel gebrannt? Aber, die Bucht ist nett. Sandstrand und mehrere Tavernen mit den unvermeidlichen Sonnenliegen und Sonnenschirmen.

Die Klöster der Akrotiri – Halbinsel warten heute auf unseren Besuch.

Das Kloster Agia Triada besteht aus einer Kirche im Zentrum und einem rundum verlaufenden Gebäude, wie eine Art Schutz für die Kirche in der Mitte, mit allen für ein Kloster wichtigen Funktionen. Zimmer zum Wohnen für die Mönche, Räume für Andachten, Küche, gemeinsamen Speisesaal und Werkstätten. Die Fenster zeigen nach außen in die Landschaft, Arkadengänge im Inneren schützen vor der sommerlichen Hitze, und dem winterlichen Regen. Das Klosterinnere ist durch Anbauten stark gegliedert. Der begehbare Teil ist mit Marmor ausgelegt. Bäume und Beete runden den harmonischen Eindruck ab. Außerhalb des Klosters stehen Häuser für ??? Angestellte und Handwerker. Die Kirche ist üppig mit Ikonen ausgestattet. Im Klostermuseum sind alte Schriften, Ikonen, Schnitzereien ausgestellt. Alles ist sehr gepflegt, die Ostseite ist gesperrt und wird, wie mir scheint, in kleinen Schritten saniert. Bei aller berechtigten Kritik an „der Kirche“, das Bewahren von Wissen und Schriften sind kulturelle Leistungen von unschätzbarem Wert, die wir aus tiefsten Herzen anerkennen.
Agia Triada - Haupteingang

Agia Triada Kirche


Vor dem Altar



Glockenturm über dem Eingang zum Kloster

Kirchlein im Kloster

Ikone im Kirchlein

Weiter zum Kloster Gouverneto. Die Anfahrt gestaltet sich schwierig, weil wir uns zuerst auf Navidame Klara verlassen. Sie kennt Wege, die keine sind, will uns über Äcker führen, so dass wir beschließen  per Gefühl zu fahren. Das klappt dann auch. Auf einer engen, steilen, einspurigen Straße finden wir am Ende der Insel auf einer kargen Hochebene das Mönchskloster aus dem frühen 16. Jahrhundert. Hier ist Betrieb, Wanderer sind unterwegs, das Kloster ist allerdings bis 16.00 Uhr geschlossen. Hunde sind auf dem gesamten Gebiet der Mönche verboten. Hundedame Lola muss zurück in´s Möcklsche Wohnmobil. Was wir nicht wussten, von hier ab kann man bis hinunter zum Meer wandern/steigen, auf diesem Wege kommt man an einer Klosterruine und einem verlassenen Höhlenkirchlein vorbei. Ich steige runter und bin beeindruckt, von der Landschaft, dem Weg nach unten, der Höhle und der teilweise in den senkrecht abfallenden Fels hinein gehauenen Klosterkirche. Das muss früher Abgeschiedenheit pur gewesen sein.
Kloster Gouvernato am Ende der Straße

Höhle mit kleiner Kirche


Verlassenes Höhlenkloster in der senkrecht abfallenden Felswand


In der Klosterkirche




Kurz vor Chania, noch auf der Akrotiri-Halbinsel finden wir an einem kleinen Ortshafen unseren Nächtigungsplatz, ideal gelegen neben einem Badestrand. Nach einem Plausch mit einer aus München heimgekehrten Kreterin, die München nachtrauert, fängt es an zu regnen.

 

27.10.2014, Montag

Heute früh verzichten wir wegen des anhaltenden Regens auf unser Bad im Meer. Schade.

Hier bei Maleme in der Bucht von Chania sind am 20. Mai 1941 deutsche Fallschirmspringer abgesprungen. Keiner von ihnen konnte das sie empfangende Maschinengewehrfeuer überleben. Der Irrsinn des Krieges wird auf dem Deutschen Soldatenfriedhof von Maleme so richtig deutlich. Vor,  im und kurz nach dem ersten Weltkrieg geboren, Hunger, Weltwirtschaftskrise als Kinder erlebt um dann, mit Mitte zwanzig und jünger im MG-Feuer zu sterben. Mein Onkel Manfred war, wenn ich mich recht erinnere, im Krieg auf Kreta stationiert. Sein Name steht nicht hier, er ist zurückgekommen, Gott sei Dank. Nein, das kann nicht Gott sei Dank heißen. So viele Kriege, so viel Ungerechtigkeit und so viele Tote im Namen des einen Gottes, nee. Menschen sind es, die Kriege anfangen und damit Mensch glaubwürdiger wird, nutzt Mensch den Wunsch von Menschen nach Glauben aus.

Im Eingangsbereich stehen die Worte Albert Schweizers: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“

Mit Wut und Trauer verlassen wir diesen Soldatenfriedhof von Maleme.

Weiter ins Kloster Gonia, 10 km von hier entfernt. Auch hier die Kirche im Zentrum und wie ein  Schutzwall nach außen herum die Klosterräume der Mönche und Werkstätten.

Hier  im Hafen von Kastelli finden wir unseren Stellplatz für die kommende Nacht.

 

 

 

 

Dienstag, 28. Oktober 2014

Herbst 2014- 08- Bali, Höhle, Wachsfiguren, Rethimno

Hier ist nur die Karte hinzu gekommen

22.10.2014, Mittwoch

Die Sonne geht über den Bergen ziemlich spät auf. Das Morgenbad im Meer erfrischt, das Frühstück schmeckt und der Rest des Blogs wird geschrieben und für das Hochladen vorbereitet.


Bananen wachsen in Bali

Bali-Bucht
Ziemlich spät, gegen 12.00 Uhr ist alles geschrieben, die Fotos bearbeitet und der Post hochgeladen.

Über sehr enge und steile Straßen fahren wir zur Sfendoni-Höhle. Mit unserer Klara sind wir mehrfach nicht einverstanden, sie will uns in abenteuerliche Feldwege führen, so dass wir nach Wegweiser, Gefühl und Karte fahren. Zum Besichtigen der Höhle sind ideal vor Ort angekommen. In einer viertel Stunde beginnt eine Führung auf Englisch. Auf einem 140 m langen Metallstelzensteig wandern wir  bis zum Ende des für Besucher erschlossenen Teils. Wechselnde farbige Lampen beleuchten die in zehntausenden von Jahren entstandenen Tropfsteingebilde. Immer wieder schön anzusehen.



Das private Wachsfigurenkabinett zur kretischen Geschichte in Zoniana suchen und finden wir. Die liebevolle und einfache Ausstellung rührt uns an.

Im Wachsfigurenkabinett
Es ist spät, bald wird es dunkel werden, wir brauchen einen Übernachtungsplatz. Wenn möglich günstig mit Dusche am Meer gelegen. Hier in den Wolken auf knapp 700 Höhenmetern wollen wir nicht bleiben.

Ins Navi gebe ich statt Ökoroute leichte Route für LKW ein. Diesmal will Klara nur einmal mit mir streiten. Bei Stavromenos finden wir am Strand unseren Platz für die Nacht.

 

23.10.2014, Donnerstag

Zum Nationalheiligtum nach Arkadiou, anschließend in die Provinzhauptstadt Rethimno

1866 wurden die im Kloster eingeschlossenen 300 Bewaffneten und 600 Frauen und Kinder von einem 15 000 Mann starken türkischen Heer belagert. Nach der Weigerung der Verteidiger sich auszuliefern folgte der Sturm der Belagerer. Fast alle Verteidiger starben, durch die Sprengung des Pulverturms aber auch 1800 angreifende Türken. Seitdem ist das Kloster Arkadi das heilige Symbol der kretischen Freiheit.

Kloster Arkadi von außen. Das Gebäude zieht sich als Schutz um die in der Mitte stehende Kirche.





Nach der Besichtigung essen wir Joghurt mit Thymiansirup. Wir hatten uns ein Getränk vorgestellt.
Weiter nach Rethimno. An der Marina finden wir einen Parkplatz. Auf zur Stadtbesichtigung.

Rethimno ist mit 28 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Kretas. Die venezianische Festung thront auf einer felsigen Halbinsel nördlich der Stadt. Die ganze Altstadt ist eine einzige Gaststätte und ein einziger Kunsthandwerkerladen mit Souvenirläden ausreichend bestückt. Touristen und Einheimische junge Leute, Studenten?, bevölkern diese quirlige, sympathische Innenstadt. Wir lassen uns treiben und genießen.

Auf der Festung




Man acht auf den Spiegel

In den gassen von Rethimno
Es wird spät. Bald wird es dunkel und noch kein Übernachtungsplatz. Zurück zum Auto, rein in den Feierabendverkehr, langsam raus aus der Stadt. Am Straßenrand eine Tankstelle mit Autogas, rechts raus, Autogas rein, bezahlen, weiter. Es dunkelt sich ein. Im Dämmerlicht sehen wir eine langgestreckte Bucht. Hier müsste man stehen können. An einer Taverne/Strandbar  rechts raus, beim Wirt fragen, no Problem mit Übernachtung.
 
Strandspaziergang, drei junge Männer liegen im Halbdunkel am Strand, Albaner. Wir kramen alle albanischen Vokabeln raus, die wir kennen für: Guten Tag, Prost, Bitte, Danke. Gegenseitige Freude. So einfach kann Verständigung sein.

 

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Herbst 2014 07- Kloster, Kneipe, Kultur - zum Schluss landen wir in Bali


17.10.2014, Freitag

Auch heute fahren wir, ohne uns zu verabreden, unterschiedlich los.  Bis zum nordöstlichen Punkt Kretas schaffen wir es nicht. An einem Zaun mit bewachten Kontrollpunkt ist Schluss. Hier ist militärisches Sperrgebiet. Also umdrehen und weiter zum Männerkloster Toplou.  Die Kirche und das Museum sind sehr ansehenswert. Begeistert sind wir von einer Ikone auf der die biblische Geschichte dargestellt ist. Eine Szene darauf ist, wie ein Heiliger aus der Bibel von einem Wal an Land gespien wird. An dieser Stelle waren wir vor anderthalb Jahren in Marokko. Irre! Allerdings sehen Bild und Wirklichkeit sehr verschieden aus.



Als Tagesziel hatten wir uns Mohlos, ein Dorf direkt am Meer, ausgedacht. Idyllisch über die Berge führt uns die Straße runter ans Meer. Idyllisch ist auch die Lage des bergigen Dorfes am Wasser. Auf steilen Straßen geht es weiter hinunter an die Strandpromenade. Petra warnt mich: wir bleiben dort stecken! Es wird auch ganz schön eng, so dass wir ganz schnell versuchen zurück zu kommen. Mit viel rangieren gelingt uns das dann auch.

Zurück in die Berge, und wie wir es vermutet hatten treffen wir an der nächsten Gaststätte unsere mitreisende Freunde Angelika und Bernd. Hier hatten sie im vergangenen Jahr Weihnachten bei der albanisch stämmigen Gastwirtsfamilie verbracht.  Wir sind uns alle sehr sympathisch, die Verständigung klappt recht gut auf Englisch. Für morgen Abend verabreden wir uns zum Abendbrot.






Der um die Ecke liegende Sandstrand Tholos ist fürs Baden und zum Übernachten ideal. Geschütze Bucht, Strandduschen, im Wasser keine Steine, flaches Wasser, Schatten spendende Tamariskenbäume, ein Naturhafen, Boote liegen am Strand und im Wasser, ein Kirchlein bringt himmlischen Beistand.

18.10.2014, Samstag

Morgenbad, in Ruhe frühstücken, im Schatten der Tamarisken sitzen und klönen. Ich wandere mit meinen selbst geschnitzten Wanderstöcken auf einen Berg in der Nähe. Es geht steil hoch durch Olivenhaine, an Weinterassen vorbei über Schotterflächen und durch Machia, die nach Salbei und Thymian herrlich duftet. Immer höher hinauf, der Blick weitet sich, man / ich fühle mich wie ??? Der Blick von oben auf die Welt dort unten, das hat etwas Erhabenes. Ich habe ja auch meinen Körper bis hierher hoch gehoben.  Mir fällt auf, dass es hier zurzeit kein Getier gibt. Keine sich in der Sonne wärmenden Eidechsen, keine Vögel, das ist schon eigenartig. Nur eine Heuschrecke habe ich gesehen und eine Zikade ist zu hören. 

Unser Abendbrot

Gegen fünf Uhr nachmittags fahren wir hoch zum Abendbrot essen in die Gaststätte der Albaner. Es war ein sehr netter, feuchtfröhlicher Abend. Der Herr des Hauses mixt für Petra eine Flasche Aloe-Vera-Orangen-Getränk. Es soll gut für den Bauch sein. Ich darf die ganze Prozedur mit meiner Kamera filmen. Von einer Agave wird ein Blatt abgeschnitten, die Stachel an der Seite werden weggeschnitten. Der Rest wird kleingeschnitten und mit Wasser im Mixer zerkleinert. Der Saft von mehreren Orangen hinzu getan und nochmals lange im Mixer verrührt. Der Geschmack ist zwar bitter, das ganze Getränk soll aber eine entzündungshemmende Wirkung haben. Hat es auch, wie Petra später feststellt. Ihre Bauchschmerzen gehen weg, wahrscheinlich war’s Aloe Vera, wenn nicht, dann hat es auch nicht geschadet.

Übernachten auf dem Parkplatz vor der Gaststätte.
 

19.10.2014, Sonntag

Über Nacht war es sehr windig. Nach dem Frühstück und einer ausführlichen Verabschiedung von … und … fahren wir gemeinsam nach Kavousi und wandern von dort angeblich 2 km zum alten Olivenbaum. Dieser soll über 2 000 Jahre alt sein. Auf dem steilen und kurzen Europawanderweg Nr. 4 sind es bestimmt die 2000 Meter bis dorthin. Auf der Straße, die wir in langen Serpentinen gehen wird es drei Mal so weit sein. Also geschätzt 6 km hin und auch wieder zurück. Der Umfang des immer noch grünenden und Früchte tragenden Baus beträgt am Boden 19,5 m. 2004 wurden aus diesem Baum in einer feierlichen Zeremonie die Zweige für den Siegeskranz der Siegerin im olympischen Marathonlauf geschnitten. Das passt ja wieder, vor ein paar Tagen war ich in Berlin und habe einen Marathon auf Inlinern bestritten. Richtig: Sieger bin ich bei diesem Wettbewerb nicht geworden, aber immerhin Sieger über mich selbst.

Kommen drei Wanderer des Weges, der vierte fotografiert

2 000 Jahre an derselben Stelle und jedes Jahr wieder Früchte getragen - unglaublich!
Nach diesem gemeinsamen Ausflug trennen wir uns diesmal tatsächlich. Angelika und Bernd fahren allein in Richtung Südküste / Matala, wir wollen in den Norden, dann nach Knossos. Irgendwann in ein paar Tagen werden wir per SMS oder WhatsApp Kontakt aufnehmen und uns wieder treffen. Das ist eine unserer Reiseregel: nicht zu lange aufeinander hocken, sondern ganz bewusst trennen. Anschließend freut man sich dann wieder auf gemeinsame Tage.
Es ist sehr stürmisch, weiße Schaumkronen draußen auf dem Mittelmeer. Petra und ich beschließen an eine geschützte Bucht bei Plaka zu fahren. Hier in Plaka peitscht der Wind das Wasser bis in den Ort. Unser Womo erhält einige Wassertreffer, so ungefähr 15 Meter von der Uferlinie entfernt ab. Wahrscheinlich ist es keine gute Idee, hier den Nachmittag und die Nacht zu verbringen. Ja, dann fahren wir eben weiter nach Knossos zu den Ausgrabungsstätten. Rund eine Stunde quer durch die Berge auf engen und kurvigen Straßen, dann sind wir auf der gut ausgebauten neuen Nationalstraße nach Iraklion. In Iraklion gibt es wieder mal mit unserer Navi-Dame Klara Meinungsverschiedenheiten. Sie will uns durch Straßen führen, von denen wir annehmen, dass wir mal stecken bleiben. Also, den Wegweisern folgen. Das war die bessere Idee. Übernachten auf einem Parkplatz in Nähe der Ausgrabungsstätte. Den Sonntagabend-Polizeiruf im Ersten schauen wir uns an, aber verstanden haben wir ihn nicht so richtig.

Der Chef der Gaststätte in den Bergen hatte speziell für Petra frische Kräuter gesammelt, Salbei und verschiedene Sorten Minze. Diese hängen jetzt in der „Garage“ unter unseren Betten und verbreiten einen angenehmen, intensiven Duft. In dieser Wolke schlafen wir von nun ab, das ist sehr angenehm: die Minze sorgt für eine freie Nase und die Salbei für gute Lungenatmung.

20.10.2014, Montag

Besichtigung der Ausgrabungen von Knossos, wir schließen uns einer Gruppe des Kreuzfahrers „MS Deutschland“ an und erfahren das, was man über diese historische Stätte wissen muss. 3500 Jahre Geschichte sind hier zu besichtigen. Das größte minoische Palastzentrum Kretas wurde zwischen 1900 und 1940 durch den Briten Arthur Evans freigelegt. Bis zu fünf Etagen hoch waren die Gebäude, über 1000 Räume ineinander verschachtelt befanden sich hier, rund 3 Kilometer vom Meer entfernt. Das Ganze ist systematisch angelegt: im Norden die Händler, im Osten die Handwerker, in der Mitte die Priester mit den Vorräten im Westen. Hier sollen vor 3500 Jahren zwischen 10 000 bis 100 000 Menschen gelebt haben. Wasser wurde aus den Bergen durch Tonleitungen bis hierher geleitet. Abwasserleitungen existierten auch. Es muss ein für damalige Zeiten unbeschreiblicher Luxus gewesen sein hier als herrschende Klasse zu leben. Es hat an nichts gefehlt.




Einen eigentümlichen Eindruck macht die Ausgrabungsstätte schon. Sir Arthur Evans hat Gebäudefragmente in die Landschaft gesetzt und dabei Beton statt des damals verwendeten Holzes verwendet und einige Teile bemalen lassen. Authentisch ist das nicht, vermittelt aber so einen gewissen Eindruck, wie es ungefähr ausgesehen haben könnte. Die Führerin erklärte, damit mehr Besucher kommen, sollen noch weitere Teile in ähnlicher Form aufgebaut werden. Wie wir gelesen haben, ist dies hier mehr eine Art Disneyland der Archäologie als eine wissenschaftliche Ausgrabungsstätte. Das stimmt schon. Aber, wenn es der Bildung dient, warum nicht.!?

In einem Reiseführer lese ich, dass Knossos die älteste Stadt auf griechischem und europäischen ist. Sie wurde kontinuierlich über 9 000 Jahre, von 7 000 vor Christus bis in unsere Tage bewohnt.

Nach zwei Tagen ohne baden im Meer drängt es uns mal wieder an einen Strand. Auf der Karte sehen wir den Ort Bali. Das hört sich doch ganz nach Urlaub pur an. Nichts wie hin. Wir finden einen kleinen Touristenort in der Nachsaison und können hier am Strandparkplatz übernachten. Die Tavernen haben auf, free Wifi gibt es, Duschen sind da, nur baden kann man heute nicht mit Vergnügen, da die Wellen doch etwas heftig reinrollen. Bier, Orangensaft, Souvlaki, Moussaka, ein halber Liter Wein in der Taverne vorn am Wasser und schon wird es dunkel. Es lässt sich aushalten!

 

21.10.2014, Dienstag

Hier ist es schön, hier bleiben wir noch einen Tag und eine Nacht. Das Wohnmobil wird groß sauber gemacht, mit anderen Wohnmobilisten die gerade angekommen sind geklönt und ich schreibe den Blog weiter. Nachher werden wir bei einem Getränk unserer Wahl im „Golden Sun“ den Blog vervollständigen/hochladen.

22.10.2014, Mittwoch

Die Sonne geht über den Bergen ziemlich spät auf. Das Morgenbad im Meer erfrischt, das Frühstück schmeckt und der Rest des Blogs wird geschrieben und für das Hochladen vorbereitet.